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    Missstände aufarbeiten!

    Deutsche Welle

    Missstände aufarbeiten!

    21. Januar 2020

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    das Medien-Echo der letzten Wochen hat innerhalb der Kollegenschaft der Deutschen Welle zu kontroversen Diskussionen geführt.

    Es gibt Statements, die der Darstellung der Arbeitsbedingungen durch die Presse widersprechen, aber dennoch eine Aufarbeitung fordern. Andere können zumindest einen Teil der Presseartikel nachvollziehen und sind der Ansicht, dass einige der nun öffentlich gemachten Konflikte nicht gelöst sind.

    Wir, als Vertreter*innen von ver.di DW werden von vielen Mitarbeiter*innen angesprochen. Wir finden, dass das Sprechen über Missstände die Deutsche Welle nicht beschädigt, sondern ein erster und notwendiger Schritt auf dem Weg der Verbesserung ist.

    Insbesondere fragen wir uns:

    • Sind die öffentlich gewordenen Vorfälle lediglich als Einzelfälle zu betrachten? Oder sind sie im Zusammenhang mit bestimmten Strukturen in der DW zu sehen? Und selbst wenn es sich um Einzelfälle handelt: Ist nicht jeder Einzelfall einer zu viel?
    • Eine wichtige Voraussetzung für einen nachhaltigen Kulturwandel ist Vertrauen. Durch welche Schritte und möglicherweise strukturellen Veränderungen kann dieses für alle Beschäftigten nachvollziehbar hergestellt werden?
    • Unsicherheit macht besonders freie Mitarbeiter*innen und befristet Beschäftigte anfällig, Opfer von Machtmissbrauch zu werden. Wie kann die Deutsche Welle dem angemessen begegnen?

    Wir wollen als Gewerkschaft ver.di bei der DW eine sachliche Diskussion über die Situation in unserem Sender. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die Aufarbeitung dessen, was in der Vergangenheit geschehen ist ebenso wie das Aufzeigen von Wegen in Richtung einer durchgreifenden Veränderung.

    Dafür schlagen wir ein verbindliches und für alle transparentes Verfahren vor in Form einer externen Untersuchung, vergleichbar dem Verfahren, das der WDR bereits 2018 in die Wege leitete (Wulf-Mathies-Bericht).

    Geschäftsführender Verbandsvorstand von ver.di DW
    Michael Stegemann (Vorsitzender), Fabian Schmidt, Ouifaq Benkiran, Dag Liebezeit, Klaus Barm, Ralf Grund


    Kontakt zum ver.di-Verband bei der Deutschen Welle

    Das heute im Sender verteilte Flugblatt kann hier auch als PDF heruntergeladen werden:


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