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    DW weiter auf Schlingerkurs

    DW weiter auf Schlingerkurs

    Etaterhöhung der Bundesregierung — nur ein Tropfen auf dem heißen Stein!

    Am 1. Oktober 2013 trat Peter Limbourg sein Amt als Intendant der DVV mit der hochgesteckten Zielsetzung an, die DW zum globalen Informationsanbieter umzubauen. Damit sollte die DW eine Spitzenposition unter den Auslandssendern einnehmen.

    Heute, ein Jahr danach, ist weitgehend Ernüchterung eingetreten. Für die ambitionierte Aufgabenplanung 2014 -2017 fehlt schlicht das Geld. Seit Mitte der 1990er Jahre ist der vom Bund zur Verfügung gestellte Etat der DVV chronisch unterfinanziert (kein Inflationsausgleich, kein Ausgleich für Sachkostensteigerungen, keine Berücksichtigung der steigenden Personalaufwendungen). Um einen einigermaßen ausgeglichenen Haushalt aufzustellen, musste die DW tiefe Einschnitte vornehmen: Zurückstellen notwendiger Investitionen, Programmreduzierungen, erheblicher Personalabbau bei freien Mitarbeitern. Jetzt ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Die Kolleginnen und Kollegen sind nicht nur verunsichert – mittlerweile sind viele auch sauer! Niemand weiß so recht, wohin die DW steuert.

    Da klingt es fast wie ein rettender Anker: Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) stellt der DW für 2015 medienwirksam eine Etaterhöhung in Aussicht: von derzeit 272 Mio. Euro auf 280 Mio. Euro. Bei genauer Betrachtung reicht die Summe aber noch nicht einmal zur angemessenen Anschubfinanzierung des neuen englischsprachigen TV-Kanals, geschweige denn zum Ausgleich absehbarer Finanzlücken.

    Dabei will die Bundesregierung, dass die DVV ihre journalistischen Angebote stärker inhaltlich regionalisiert und neben Nachrichten, Dokumentationen und Magazinen weitere Angebote zu Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft bereit hält. Die DVV dauerhaft und spürbar zu stärken heißt aber, sie mit ausreichend zusätzlichen Finanzmitteln auszustatten!

    Um die Aufgabenplanung sachgerecht umzusetzen, weitere Kürzungen und Personalabbau zu vermeiden, wären daher zusätzlich mindestens 25 - 30 Mio. jährlich notwendig!

    ver.di fordert deshalb:

    • Die Staatsministerin für Kultur und Medien muss der DW ausreichend Geld zur Verfügung stellen!
    • Die Reformgeschwindigkeit muss unter Erarbeitung eines alternativen Umbau- und Personalkonzepts angepasst werden!
    • Erhalt der Sprachenvielfalt als Alleinstellungsmerkmal!
    • Sofortige und direkte Beteiligung der Beschäftigten am Reformprozess!

    Liebe Kolleginnen und Kollegen, stützt eure Gewerkschaft im Kampf für die Zukunft der DW!

    Jetzt rechtzeitig Mitglied werden — in einer starken Gewerkschaft: ver.di!

     Die Meldung als Flugblatt zum Download hier