Nachrichten

    Kein Tag wie jeder

    Kein Tag wie jeder

    Zum Tod von Klaus-Michael "Klaumi" Klingsporn

    Klaumi war genau so, wie man sich einen wirklich feinen Kollegen wünscht. Immer hilfsbereit, liebenswürdig, und kompetent. Er war kämpferisch und solidarisch – immer 100 % Verlass auf ihn. Unfassbar, dass Klaus-Michael Klingsporn - er selbst nannte sich einfach Klaumi - nicht mehr bei uns ist.

    Jeder im Deutschlandradio Funkhaus Berlin kannte ihn und eine ganze Menge Leute im Funkhaus Köln kannten ihn auch. Schließlich war er schon seit RIAS-Zeiten mit dabei, als mehrfach ausgezeichneter Hörspiel-Regisseur und als aktiver ver.di-Kollege. Wer ihn nicht persönlich erlebt hat, der weiß von ihm als „Klaumi, der Freienvertreter von ver.di“ und seit neuesten auch als „Klaumi von der Freienvertretung, den kannst du fragen". Er war Instanz und Institution zugleich – immer ansprechbar, geduldig und zugewandt. Für jeden da, der ihn anrief oder ihm bei einer Kippe auf der Funkhaus-Dachterasse seine Sorgen erzählte.

    Über 20 Jahre hat sich Klaumi zusammen mit seinen Gewerkschaftskolleg*innen den Hintern platt gesessen. In unzähligen Gewerkschaftstreffen, in Tarifverhandlungen, in Strategiegesprächen oder Videokonferenzen der Freienvertretung. Seine Mission: Rausholen für die Freien im Sender, was geht. In den oft anstrengenden Verhandlungen war es immer Klaumi, der dafür sorgte, dass uns anderen nicht die Luft ausging, wir nicht ratlos zurückblieben. Denn bevor das passierte, kam er mit einer neuen Idee um die Ecke, wie man die Dinge auch anders betrachten könnte, einfach wie es weitergergehen kann. Er brachte selbst vertrakte Situationen irgendwie wieder ins Lot, manchmal über Umwege. Dabei war er ungemein streitlustig auf eine unvergleichlich liebenswürdige Art, denn die Betonung liegt auf lustig; sein Lachen konnte man nicht überhören und wir werden es auch nicht vergessen. Das war Klaumi, immer mit dem Schalk im Nacken und konsequent konstruktiv.

    Und er war ein absoluter Realist: er wusste genau, was geht und was zu verfolgen nicht lohnt. Diesen Realismus hat er auch nie abgelegt, wenn er mit Kolleginnen oder Kolleginnen sprach, die ihn um Hilfe baten. Er hat geholfen, wo er konnte und das war wirklich oft. Und wenn er selbst nicht helfen konnte, dann hat er Unterstützung organisiert. Er war auch realistisch, was seine plötzliche Erkrankung anging. Deshalb ließ er sich nicht mutlos machen, sondern im Gegenteil, er ging sein Problem an, wollte alle nötigen Untersuchungen und Behandlungen machen – weil es halt sein musste.

    Mit Klaumi verlieren wir einen wirklich einzigartigen Kollegen, einen echten Freund und wahren Menschenfreund, der einfach immer da war und ein unsagbar großes Herz hatte. Er wird uns so sehr fehlen. Unsere Gedanken sind bei seiner Frau und seinen Kindern.

    Klaumi Klingsporn ver.di Klaumi Klingsporn