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    Wir wollen doch nur forschen...

    IRT

    Wir wollen doch nur forschen...

    21.07.2020

    Die Zukunft des Instituts für Rundfunktechnik und seiner knapp 100 Mitarbeiter*innen ist nach wie vor unklar. Nun wendet sich die Belegschaft in einem offenen Brief an die Gesellschafter.

    Seit Anfang 2018 wurde von den Gesellschaftern lange und viel über die Neuausrichtung des IRT diskutiert und im Herbst 2019 die Umsetzung des Zukunftskonzeptes gestartet… bis überraschend das ZDF und dann alle anderen Gesellschafter Ende 2019 ihre IRT-Anteile gekündigt und somit beschlossen haben das IRT ab Januar 2021 zu liquidieren. Nicht nur für Projektpartner des IRT, sondern vor allem auch für die Mitarbeiter, die im bereits schwierigen Fahrwasser dem IRT die Stange gehalten haben, ein unerträglicher Zustand.

    Es wurde immer wieder beteuert, dass an einer Fortsetzung des IRT gearbeitet wird – für die Belegschaft sichtbar passiert ist bis heute nichts außer ein per Anwalt übermittelter dreister Forderungskatalog an die IRT-Belegschaft, die für die aktuelle Krise und die Uneinigkeiten bei ARD und ZDF am allerwenigsten kann. Ernsthafte Verhandlungen seitens der Gesellschafter gestalten sich schwierig, da nie klar ist ob die, die verhandeln, aktuell ein ausreichendes Mandat dafür haben. Der seitens der Gesellschafter gegenüber dem Betriebsrat und ver.di aufgebaute Zeitdruck hat sich ins Gegenteil verkehrt. Unsere Hausaufgaben sind gemacht, während sich auf der Gegenseite um längst überfällige Entscheidungen gedrückt wird.
    Statt sich auf den Nutzen des IRT zu besinnen, geht es scheinbar um individuelle Befindlichkeiten bei ranghohen Persönlichkeiten der ARD. Das IRT als Spielball?
    So war das nicht gedacht!
    In der Satzung des IRT ist der Zweck der Gesellschaft festgeschrieben, nämlich: der Allgemeinheit durch Förderung der Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet des europäischen Rundfunkwesens und der europäischen Rundfunktechnik zu dienen.
    Es ist höchste Zeit, dass sich die Entscheider in den Rundfunkanstalten dieser Verantwortung wieder bewusst werden!

    Liebe Gesellschafter des IRT: werden Sie sich einig und finden Sie eine klare Lösung! Sie haben auch eine soziale Verantwortung gegenüber der Belegschaft des IRT, die sich seit langem mit Zukunftstechnologien für den Rundfunk auseinandersetzt und bereits viele wegweisende Entwicklungen auf den Weg gebracht hat! Rundfunk bedeutet heutzutage auch sehr viel IT und wer meint hier keinen Herausforderungen mehr zu begegnen, der hat das 21. Jahrhundert immer noch nicht verstanden.

    Die Belegschaft des IRT ist ein eingespieltes, erstklassig ausgebildetes und mit einmaligem Wissen ausgestattetes flexibel agierendes Team, das trotz aller Widrigkeiten seine Herausforderungen gemeistert hat. Setzen Sie Ihr Forschungsteam nicht mitten der Corona-Krise auf die Straße. Zeigen Sie Rückgrat! Lassen Sie das IRT weiterhin ein Teil der Rundfunkfamilie sein und gemeinsam die technologischen Herausforderungen, denen der öffentlich-rechtliche Rundfunk gegenübersteht, meistern!