ver.di Protest bei der Deutschen Welle: Wir lassen uns nicht vor die Tür setzen!

20.04.2023

20.04.2023

Etwa 450 Kolleginnen und Kollegen sind heute einem Aufruf von ver.di und den anderen in der Deutschen Welle (DW) vertretenen Gewerkschaften gefolgt und haben vor den Funkhäusern in Bonn und Berlin gegen angekündigte Stellenstreichungen protestiert.

Unter dem Slogan „Wir lassen uns nicht vor die Tür setzen“ haben die Gewerkschaften leere Stühle vor die Funkhäuser gestellt, um damit das Ausmaß der beabsichtigten Kürzungen sichtbar zu machen. 100 Stühle stehen für 100 sogenannte „Vollzeitäquivalente“. Dieser Begriff beschreibt das Einsparvolumen, das die Geschäftsleitung des deutschen Auslandsrundfunks durch Beendigungen erreichen will.

In der Praxis betreffen die Kürzungen bis zu 300 Mitarbeitende, weil viele der Betroffenen nicht in Vollzeit arbeiten oder „gekürzt“ werden. Das bedeutet, einige werden massive Einkommensverluste erleiden, auch wenn sie weiterhin beschäftigt werden.

„Die Zwei-Klassen-Gesellschaft aus Freien einerseits und Festangestellten andererseits macht es dem Arbeitsgeber Deutsche Welle zu einfach, die Beschäftigten zu spalten und Kolleginnen und Kollegen loszuwerden“, sagte Klaus Barm, Mitglied im Vorstand der Betriebsgruppe von Ver.di in der DW.  

Die angekündigten Kürzungen betreffen vor allem das deutsche Fernsehprogramm der DW, das als linear ausgestrahltes Angebot komplett eingestellt werden soll. Darüber hinaus sollen die Sport-, Kultur- und Wirtschaftsredaktion erheblich gekürzt werden.

„Weltweit gerät der objektive, vertrauenswürdige Journalismus immer stärker unter Druck. In Zeiten von Krieg und Krisen braucht die internationale Öffentlichkeit die DW, und die DW braucht für Ihren Qualitätsjournalismus die erfahrenen Mitarbeitenden,“ sagte Fabian Schmidt, ein weiteres Mitglied im Vorstand. Michael Stegemann, der Vorsitzende ergänzte, dass einige der von Kürzungen bedrohten arbeitnehmerähnlichen Freien schon seit mehr als 30 Jahren für den Sender arbeiten. „Ich fordere Intendant Peter Limbourg auf, die Entlassungen zu stoppen und in einen Dialog einzutreten, wie Gelder an anderer Stelle eingespart werden können“, sagte er.

 
ver.di DW Protest Berlin
ver.di DW Protest Bonn