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    Jetzt erst Recht: DW-Umbau mit Bedacht

    Jetzt erst Recht: DW-Umbau mit Bedacht

    Sprachenvielfalt nachhaltig sichern

    Die Mitarbeiter der Deutschen Welle können vorerst aufatmen: seit gestern Abend wissen sie, dass  die deutsche Politik den Auslandsrundfunk und seine Mitarbeiter nicht im Regen stehen lässt!

    Ab 2016 soll der von der Bundesregierung finanzierte Sender mit zusätzlichen Mitteln in Höhe von 12 Millionen Euro jährlich ausgestattet werden. Die Horrorszenarien des DW-Intendanten Peter Limbourg sind damit vorerst vom Tisch. Dies ist auch und gerade ein Erfolg der Mitarbeiter, die sich zusammen mit den Gewerkschaften in zahlreichen Aktionen gegen den Personalabbau und die damit verbundenen Programmkürzungen zur Wehr gesetzt hatten.

    Ohne die zusätzlichen Mittel hätten drei der vier TV-Programme der DW (Deutsch, Spanisch, Arabisch) und ein Drittel der insgesamt 30 Radio-und Online-Sprachen der Stimme Deutschlands in der Welt vor dem Aus gestanden.

    In den vergangenen Monaten mussten aufgrund der chronischen Finanzknappheit des Senders nahezu 300 freie Mitarbeiter ihren Hut nehmen oder waren massiv in ihrer Beschäftigung gekürzt worden.

    Der Qualitätsverlust in allen Programmen war deutlich spürbar, die Moral der Mitarbeiter erschüttert. Die an sich sinnvolle Stärkung unserer Programme in der Weltsprache Englisch drohte an hektischen und mangelhaft finanzierten Umbau-Szenarien zu scheitern.

    Das journalistische Gesamtgefüge des Senders war ins Wanken geraten. Jetzt heißt es, die neue Luft zum Atmen sinnvoll nutzen!

    Wir demonstrieren deshalb heute für eine nachhaltige Sicherung der Sprachenvielfalt der DW.

    Sie ist zusammen mit der Regionalkompetenz unserer Mitarbeiter aus 60 Nationen das Alleinstellungsmerkmal der Deutschen Welle.

    Gerade in Zeiten zunehmender politischer, religiöser und kultureller Spannungen rund um den Globus braucht Deutschland eine starke  und vertrauenswürdige Stimme in der Welt.  Die Welt spricht viele Sprachen! Die  DW-Mitarbeiter auch! Nur wenn die DW auch in Zukunft in TV, Radio und Internet mit einer Stimme, aber in vielen Sprachen spricht, wird sie  weiterhin Gehör finden.

    Wir sagen heute Danke an die Mittelgeber aus Politik und Parlament!
    Wir appellieren aber auch an den DW-Intendanten Peter Limbourg:

    Nutzten Sie die Chance! Sichern Sie die multimediale und sprachliche Vielfalt unserer Angebote und damit wertvolle Arbeitsplätze!
    Beenden Sie den hektischen Totalumbau der DW zu einem hauptsächlich englischen Nachrichtensender!
    Sorgen Sie für eine angemessene finanzielle und personelle Ausstattung aller Redaktionen  -  inklusive der deutschen! Seriöser Journalismus kostet Zeit und Geld und die DW-Mitarbeiter müssen im begonnenen Reformprozess mitgenommen werden!

    V.i.S.d.P: Christian Hoppe, Daniel Scheschkewitz, Jutta Schumacher

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