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    Keine Einigung in Sicht

    Keine Einigung in Sicht

    Auch die vierte Runde der Tarifverhandlungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk brachte bisher keine nennenswerten Fortschritte.

    • MDR

      Die vierte Tarifverhandlungsrunde zwischen ver.di und MDR verlief am 7. August ohne Annäherung beim zentralen Thema der Erhöhung der Vergütungen. Das von seiten der MDR-Geschäftsleitung nur marginal um 0,2 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent erhöhte Angebot für 24 Monate Laufzeit ist aus Sicht der Gewerkschaften nichts annehmbar. Denn im Tarifabschluss für den
      öffentlichen Dienst der Länder (TV-L), der für ver.di Maßstab ist, wurden zwei Erhöhungen von je 3,2 Prozent pro Jahr erreicht.

      Die von der Geschäftsleitung beabsichtigte Sicherung der Beschäftigungsumfänge soll durch eine Anhebung der Budgets der Bereiche im Umfang der Vergütungserhöhung erfolgen. Unklar blieb allerdings, wie eine wirksame individuelle Beschäftigungssicherung insbesondere für freie Mitarbeiter*innen gewährleistet werden soll.

      Zu den weiteren diskutierten Punkten:

      • Die Angebotsgarantie für arbeitnehmerähnliche programmgestaltende Mitarbeiter*innen soll ab
        25-jähriger Tätigkeit 70 Prozent und ab 20-jähriger Tätigkeit 50 Prozent betragen. Für die Gewerkschaften
        ist das nicht ausreichend! Es gibt keine sachlichen Gründe für eine Schlechterstellung gegenüber
        der Angebotsgarantie von 85 Prozent im Bestandsschutz-Tarifvertrag (BTV) für nichtprogrammgestaltende
        Mitarbeiter*innen.
      • Zur Verbesserung der bisherigen Regelung zur Dynamisierung der Effektivhonorare schlägt die
        Geschäftsleitung vor, auf die Kriterien wertgleiches Honorar und Kostenstelle zu verzichten.
        Kriterium soll künftig die Anzahl von mindestens 24 Honoraren pro Jahr mit der gleichen Tätigkeits-
        Kennziffer sein. Die Gewerkschaften wollen diesen Vorschlag gründlich beraten und prüfen.
        Dies soll u.a. in einem gemeinsamen Workshop am 23.08.2019 erfolgen.
      • Nachthonorare für freie Mitarbeiter*innen in Höhe von 25 Prozent bezogen auf die tariflichen
        Mindesthonorare sollen eingeführt und bei einer Arbeitszeit von mindestens zwei Stunden im
        Zeitraum zwischen 22 und 6 Uhr gezahlt werden. Allerdings nur bis zu einer Obergrenze von
        200 Euro je Schicht. Diese Obergrenze lehnen die Gewerkschaften ab, weil die gesundheitliche
        Belastung durch Nachtarbeit für alle Freien gleich ist und ungerechtfertigte Nachteile entstehen
        würden.
      • Die Obergrenze für die soziale Schutzbedürftigkeit im Tarifvertrag für freie Mitarbeiter*innen
        (12a-TV) soll um 3.000 Euro erhöht werden. Die Gewerkschaften schlagen vor, diese Obergrenze ganz
        aufzuheben und die tariflichen Leistungen für alle bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze
        der Rentenversicherung (BBG RV) zu gewähren.
      • Das Kleidergeld für Chor und Orchester soll in das Monatsgehalt eingefügt werden: 40 Euro für Orchester ab SO V Stufe 2 und 50 Euro für Chor und Orchester SO V Stufe 1.
      • Zu Verhandlungen über das Urlaubsgeld für feste und freie Beschäftigte, die Angleichung der Gehälter des Chores an die Orchestergehälter und die weiteren offenen Themen kam es in dieser Verhandlung nicht mehr.

      Nach Einschätzung der Gewerkschaften ist es notwendig, Druck auf die Arbeitgeberseite aufzubauen, um einen Tarifabschluss für die Vergütungen und Honorare auf dem Niveau des öffentlichen Dienstes der Länder zu erreichen. Dieses Ziel lässt sich jedoch nur durch solidarisches Handeln erreichen!

      Was haltet Ihr/halten Sie davon? Feedback an:
      senderverband-mdr@verdi.org

      Nächster Verhandlungstermin ist der 18. September.

    • NDR

      Der Fortschritt ist eine Schnecke – auch in den Tarifverhandlungen beim NDR. In der vierten Verhandlungsrunde am 13. August hat der Sender sein Angebot nur minimal um 0,1 Prozent erhöht. Ab dem 1.4.2019 soll es demnach 3,1 Prozent mehr geben, ab 1.4.2020 dann 1,2 Prozent. Insgesamt also 4,3 Prozent und damit weit entfernt von den 8 Prozent im öffentlichen Dienst (ÖD), der als Richtmarke für die Tarifsteigerungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk dient. Dass die Beschäftigten auf fast 50 Prozent des im ÖD erreichten Ergebnisses verzichten sollen, begründet der NDR mit einer unsicheren Einnahmelage, der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) sowie der politischen Diskussion um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

      Stattdessen stellt der NDR insbesondere für die neu Einzustellenden Gegenforderungen auf. So sollen sie kein Urlaubsgeld mehr erhalten, außerdem stehen Streichungen von Jubiläumsgeld und Jubiläumstagen im Raum. Die neuen Kolleginnen und Kollegen haben ohnehin schon einen geringeren Betriebsrentenanspruch, weshalb sich ver.di im NDR dieser weiteren Spaltung entschieden entgegenstellt.

      ver.di hat das aktuelle Angebot daher als unzureichend abgelehnt.

      Nächster Verhandlungstermin ist der 24. September.

     

    ***Hinweis: Diese Übersicht wird laufend aktualisiert.