Nachrichten

    Auftakt Tarifrunde 2019

    Auftakt Tarifrunde 2019

    Die erste Runde der Tarifverhandlungen verlief beim NDR ernüchternd und auch beim MDR hat es kein Angebot des Arbeitgebers gegeben. Beim BR wurden erste Positionen ausgetauscht.

    • BR

      Wenig überraschend hat der Bayerische Rundfunk in der ersten Tarifverhandlungsrunde am 2. Juli 2019 kein konkretes Verhandlungsangebot vorgelegt. Stattdessen wurde ein Angebot in Aussicht gestellt, das den Angeboten anderer Rundfunkanstalten vergleichbar sein könnte. Außerdem hat die Geschäftsleitung zusätzliche Gegenforderungen präsentiert, genauer gesagt Verschlechterungen wie den Wegfall des Urlaubsgelds für Neueintritte.

      Die ARD-Anstalten hätten sich offenbar untereinander abgesprochen, dieses Jahr ihre Mitarbeiter von der allgemeinen Einkommensentwicklung und insbesondere von jener im Öffentlichen Dienst abzukoppeln, die doch bisher stets als Maßstab vorgehalten worden sei, kritisierte ver.di im BR. Jedoch: Nicht bloß die Häuser, auch die Senderverbände der Gewerkschaften hätten
      sich untereinander abgesprochen: Keiner wird diese Abkopplung akzeptieren.

      Nächste geplante Verhandlungstermine sind der 13.9., der 27.9., der 16.10. und der 7.11.

      Mehr Infos im Tarifinfo hier als Download:

    • NDR

      Der Auftakt zur Tarifrunde 2019 am 5. April war ernüchternd, denn der NDR hat noch nicht mal eine grobe Orientierung gegeben, für die er seit dem Abschluss im Öffentlichen Dienst der Länder vier Wochen lang Zeit hatte. Die guten Abschlüsse in allen Branchen und im Öffentlichen Dienst (gut acht Prozent/33 Monate) sind Grundlage der ver.di-Forderungen von sechs Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

      Neben dieser Forderung hat ver.di die Zukunft der Arbeitsplätze im NDR ins Zentrum gestellt. Mögliche weitere Planstellenkürzungen auch aufgrund der ARD-Strukturreform verunsichern viele Kolleg*innen. Deswegen fordert ver.di:

      • Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen
      • keine weitere Absenkung der Planstellenanzahl
      • befristete Kolleg*innen sollen einen tariflichen Anspruch auf Entfristung erhalten; dafür sind Umwidmung von Geldern und ggf. Qualifikationsmaßnahmen erforderlich!
      • Altersteilzeitregelung ohne Anrechnung auf die verhandelte Gehaltssumme

      Die über 500 Antworten auf die Tarifumfrage zeigen: Die Befristeten wollen eine sichere Beschäftigungsperspektive! ver.di fordert deshalb ein Gesamtpaket, das Befristeten eine Festanstellungsperspektive bietet und eine wirkliche Personalplanung ermöglicht.

      Warum hat ver.di die Verlängerung der Befristungen auf acht Jahre gekündigt?

      ver.di kündigt Tarifregelungen mit Bedacht: ohne Kündigung bestehender Tarifregelungen sind Tarifverhandlungen nur kollektives Betteln! In diesem besonderen Fall können die derzeit befristet Beschäftigten zudem beruhigt sein: dem NDR ist es bereits jetzt tarifvertraglich möglich, alle Befristeten weiter zu beschäftigen (MTV Tz 248). ver.di im NDR lässt die Befristeten nicht im Regen stehen! Es liegt alleine am NDR, ob die Kolleg*innen weiterbeschäftigt werden!

      Ergänzend dazu hat ver.di im NDR Einkommensanhebung und Weiterbeschäftigung für die Auszubildenden und Tarifsicherung für die Freien gefordert. Insbesondere bei den Freien muss der tarifvertragliche Schutz früher greifen und dürfen die einseitig vom NDR gesetzten Limitierungen nicht zu Einkommens- und Beschäftigungseinschränkungen führen. Fortbildungen im Dienste des NDR müssen bezahlt werden und die Freien müssen ab dem ersten Krankheitstag Krankengeldanspruch haben.

      Weitere Forderungen wie etwa die verbesserte Anrechnung von Nachtarbeit oder die Weiterführung und Verbesserung der Flexi-Urlaubsregelung hat ver.di dem NDR vorgelegt. ver.di besteht darauf, dass die Kolleg*innen die Folgen etwaiger Sonderkosten, wie etwa den Neubau durch das Asbestdebakel des NDR, nicht ausbaden werden!

    • MDR

      In der ersten Verhandlungsrunde am 11. April 2019 gab es von Seiten der MDR-Geschäftsleitung kein Angebot. Die MDR-Vertreter zeigten sich überrascht von den in ihren Augen zu hohen ver.di-Forderungen. Verwaltungsdirektor Ralf Ludwig erläuterte dann nach alter Tradition die angespannte und unsichere finanzielle Lage des MDR.

      Ob die Erklärungen, weshalb ver.di die Forderungen für angemessen hält, auf Verständnis stoßen, bleibt abzuwarten.

      Jetzt will die MDR-Geschäftsleitung die Forderungen intern bis zur nächsten Verhandlungsrunde prüfen. ver.di im MDR davon aus, dass von MDR-Seite dann auch ein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt wird.

      Der nächste Verhandlungstermin ist der 13. Mai.

    • WDR

      In der ersten Runde der Vergütungstarifverhandlungen am 24. Mai 2019 gab es auch vom WDR kein Angebot. Stattdessen hat Verwaltungsdirektorin Katrin Vernau Änderungen bei der Gehaltsstruktur verlangt, konkret:

      • Stufensteigerung nur noch alle drei Jahre anstatt wie bisher alle zwei Jahre.
      • Freie Mitarbeiter*innen erhalten weiterhin keine Erhöhung von Effektivhonoraren. Freie Kolleg*innen aus dem tagesaktuellen Bereich sollen Honorarerhöhungen für lange Formate durch Verzicht gegenfinanzieren.

      Die Verweigerung eines Angebots wurde mit KEF-Vorgaben begründet, die der ver.di-Senderverband im WDR nicht nachvollziehen kann.

      Der nächste Verhandlungstermin ist der 24. Juni.

    • SWR

      In der ersten Verhandlungsrunde am 27. Mai 2019 gab es vom SWR kein Angebot. Die Politik mache Druck auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, die Finanzierung sei ungewiss, es sei noch nicht einmal möglich, den Abschluss im Öffentlichen Dienst zu übernehmen, so die Begründung der Geschäftsleitung. Dabei habe der SWR, so der ver.di-Senderverband, bisher stets darauf bestanden, den Öffentlichen Dienst als Maßstab zu nehmen. Dass dies nun, wo es dort einen angemessenen Tarifabschluss zu verzeichnen gibt, nicht mehr der Fall sein soll, sei unverständlich.

    • SR

      Wie bei SWR, NDR, MDR und WDR wird auch beim Saarländischen Rundfunk versucht, die Lohnentwicklung erstmals seit Jahrzehnten vom Öffentlichen Dienst abzukoppeln. Zwar legte die Geschäftsleitung in der ersten Verhandlungsrunde am 5. Juni 2019 kein konkretes Angebot vor, allerdings wurde bereits lediglich der Ausgleich der Teuerungsrate in Aussicht gestellt.

      Nächster Verhandlungstermin ist der 3. Juli.

     

    Hinweis: Diese Übersicht wird laufend aktualisiert.