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    Sender mauern weiter

    Tarifrunde 2019

    Sender mauern weiter

    In den Tarifverhandlungen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sägen die Sender auch in der fünften Runde weiterhin am bisher gültigen Maßstab des öffentlichen Dienstes.

    • SWR

      In der fünften Tarifvehrandlungsrunde am 2. Oktober hat der SWR angekündigt, er werde einseitig Gehaltserhöhungen zahlen, wenn die Gewerkschaften nicht bereit seien, Tariferhöhungen deutlich unterhalb von denen im öffentlichen Dienst zu akzeptieren. Es ist also zu erwarten, dass der SWR ab November eine einseitige Gehaltserhöhung zwischen 1,9 und 2,5 Prozent zahlt. Damit soll die Belegschaft ruhiggestellt und die Gewerkschaften geschwächt werden.

      ver.di wird auch in der nächsten Tarifverhandlungsrunde am 15. Oktober nichts akzeptieren, was im Ergebnis unterhalb der Tarifentwicklung im öffentlichen Dienst liegt.

      Mehr Informationen im Flugblatt nach der fünften und vor der sechsten Verhandlungsrunde:

    • NDR

      Der NDR hat sein Angebot in der fünften Runde der Tarifverhandlungen am 24. September 2019 nicht erhöht. ver.di im NDR wertet dies als "einen Schlag ins Gesicht der Mitarbeiter*innen, die eine faire Erhöhung fordern" und fragt: "Wieso waren Sie in der laufenden Tarifrunde bereit, die AT-Gehälter um 3% anzuheben? Wollen Sie diese etwa auch für 2020 um 3,2% anheben und die Tarifbeschäftigten weiter ohne Erhöhung lassen?"

      Statt ein verhandlungsfähiges Angebot zu machen forderte der NDR von den Gewerkschaften, sich jetzt zu bewegen, und argumentiert damit, dass in den laufenden Verhandlungen allerhöchstens das angebten werden könne, was zuvor in der Finanzplanung vereinbart worden sei. Anders ausgedrückt: ver.di braucht gar nicht mehr verhandeln, die Beschäftigten bekommen ohnehin nur das, was der NDR geben will.

      Nächster Verhandlungstermin ist der 24. Oktober 2019.

      Mehr Informationen zur fünften Runde im Tarifinfo von ver.di im NDR:

       

    • WDR

      In der fünften Tarifverhandlungsrunde am 26. September legte der WDR erneut kein verbessertes Angebot vor. Die Forderungen der Festen und Freien werden von der Geschäftsleitung scheinbar noch nicht ernst genug genommen.

      • Die Zahlung eines Sockelbetrages wird durch den WDR verweigert
      • Er lehnt die Erhöhung der Effektivhonorare grundsätzlich ab.
      • Er fordert weiter die unterschiedliche Erhöhung von Honoraren.
      • Das Krankengeld ab dem ersten Tag für Freie wurde kategorisch abgelehnt

      Bewegung zeigte der Sender nur beim Härtefallfonds. Dieser soll verlängert und aufgestockt werden. Bei der Forderung der Gewerkschaften nach Schulungshonoraren für Freie liegen beide Seiten noch weit auseinander. Weiterhin beharrt er auf Einschnitten bei den Steigerungsstufen.

      Wir fordern den WDR auf, spätestens zur nächsten Verhandlungsrunde ein konstruktives Angebot auf den Tisch zu legen. Die nächste Gehalts- und Honorartarifverhandlung ist für Dienstag, 15. Oktober vereinbart.

      Pressemitteilung ver.di Medien NRW

      Mehr Informationen zur fünften Runde im Tarifinfo von ver.di im WDR:

    • MDR

      Für ca. eine Stunde sind die drei Verhandlungsführer von DOV, ver.di und DJV mit den Vertretern der MDR-Geschäftsleitung am 18. September zu einer kurzen fünfte Verhandlungsrunde zusammengetroffen. Die Geschäftsleitung hatte bereits am Montag ihr Verhandlungsangebot veröffentlicht. Aus dem ging hervor, dass es in der zentralen Frage der Erhöhung der Vergütungen für die festen und die Honorare der freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine Bewegung gab. Fazit: Die angebotenen 4,2 Prozent erreichen noch nicht einmal das Niveau des letzten Tarifabschlusses von 2017, der ein Plus von 4,55 Prozent für 24 Monate auswies. Dieses Ergebnis 2017 war im Volumen auf Augenhöhe mit dem Tarifabschluss im öffentlichen Dienst der Länder (TV-L). Diese langjährige Orientierung am TV-L wollen die Intendantinnen und Intendanten in der ARD jetzt nicht mehr aufrechterhalten.

      Die sechste Tarifverhandlung wurde für den 7. November 2019 vereinbart.

     

    Nachdem ver.di im NDR Anfang Dezember 2019 nach der siebten Verhandlungsrunde und nach einem erneuten Streik einen Abschluss erreicht hat, konnten in der Folge in weiteren Sendern, die jedoch weit weniger fortgeschritten in den Verhandlungen waren, Tarifergebnisse erzielt werden, die dem im Öffentlichen Dienst sehr nahe kommen:

    • DLR

      Beim Deutschlandradio einigten sich Gewerkschaften und Arbeitgeber am 19. Dezember in der fünften Verhandlungsrunde nach langen und sehr schwierigen Verhandlungen auf Eckpunkte. Die endgültige Formulierung der Tarifverträge wird in der kommenden Verhandlungsrunde am 31.01.2020 erfolgen. Die Eckpunkte sehen unter anderem folgendes vor:

      Für festangestellte Mitarbeiter*innen

      • Lineare Steigerung der Gehälter um insgesamt 6,75% (2,25 % jeweils zum 1.4. der Jahre 2019-2021, für 2019 rückwirkend).
      • Einmalig doppeltes Urlaubsgeld in 2020 als tarifliche Sonderleistung.
      • Dauerhaft voller Familienzuschlag auch für alle Teilzeitbeschäftigte.
      • Bis zu fünf zusätzliche freie Tage bei entsprechendem Gehaltsverzicht. Deutschlandradio beteiligt sich pro in Anspruch genommenen Tag mit 1/5 des Gehaltsabzuges.

      Freie Mitarbeiter*innen / Honorarzeitverträge

      • Lineare Steigerung der tarifbefangenen und tatsächlich gezahlten Honorare inkl. Sonderhonorare um 4,5%, mindestens jedoch um 1€ zum 1.4.2020.
      • Weitere lineare Steigerung der o.g. Honorare um 2,25% zum 1.4.2021.
      • Pauschale Einmalzahlung als Ausgleich für entgangene Honorarerhöhungen im Wert von 2,25% des Honorarvolumens zum 1.4.2020. Voraussetzung: Urlaubsanspruch in 2019.
      • Pauschale, einmalige tarifliche Sonderzahlung im Wert von 2,0 % des Honorarvolumens zum 1.2.2021. Voraussetzung: Urlaubsanspruch in 2020.
      • Erhöhung der Zahlung bei Schwangerschaft von 75% auf 92% (§2 des TV über Zahlung bei Schwangerschaft). Der Gegenwert wird mit dem o.g. einmaligen Zahlung verrechnet.

      Die detaillierte Übersicht gibt es auf der Website von ver.di im Deutschlandradio.

       

      ***Hinweis: Da zwar in allen Senden Tarifverhandlungen stattfinden, jedoch nicht zu den gleichen Zeiten, wird diese Übersicht laufend um weitere Sender ergänzt. Am weitesten fortgeschritten in den Tarifverhandlungen sind derzeit NDR und WDR sowie der SWR, in anderen Sendern startet die Tarifrunde erst noch. Die Übersichten mit Berichten zu den jeweiligen Tarifverhandlungsrunden in den Sendern gibt es hier: