Rundfunk Berlin Brandenburg

    rbb - Mantel in Sicht

    rbb - Mantel in Sicht

    Nach jahrelangen Verhandlungen konnten sich die Gewerkschaften ver.di und djv mit der Geschäftsleitung über alle wichtigen Punkte des zukünftigen einheitlichen Manteltarifvertrages (MTV) im rbb verständigen. Im MTV werden alle Grundlagen der Beschäftigungsverhältnisse wie Geltungsbereich, Betriebszugehörigkeit, Befristungen, Regelungen zur Arbeitszeit und zur Vergütung geregelt, ebenso wie Themen zur Arbeitsverhinderung oder Nebentätigkeiten.
    Um jede einzelne Bestimmung haben wir hart gerungen. Nach vielen zähen Verhandlungen konnten zu allen wesentlichen Punkten akzeptable, in mancher Hinsicht sogar sehr gute Regelungen gefunden werden.
    Mehr als 13 Jahre sind seit der Fusion von SFB und ORB vergangen. Noch haben wir zwei gültige Manteltarifverträge. Von Anfang an war es unser Ziel, einheitliche Bedingungen für alle Angestellten unabhängig von Standort oder ursprünglichem Tarifbereich zu schaffen.  
    Uns war es wichtig, dass ein einheitlicher Manteltarifvertrag nicht schlechter als die beiden alten Tarifverträge wird.
    Die 38,5 Stundenwoche gilt schon seit 2011 für alle. Das Thema Arbeitszeit hatten wir bereits vorab erfolgreich verhandelt und 2013 in Kraft gesetzt. Dabei sind die Arbeitsbedingungen für Teilzeitbeschäftigte genauso im Sinne der Kolleginnen und Kollegen geregelt worden, wie die Planbarkeit und die Verlässlichkeit der Arbeitszeit.
    Im neuen einheitlichen rbb-Manteltarifvertrag entsprechen viele Vereinbarungen den Regelungen der Tarifverträge von SFB und ORB. Notwendig waren aber Anpassungen an gesetzliche und zeitgemäße Erfordernisse. So darf es zum Beispiel keine Ungleichbehandlung mehr wegen des Alters geben.
    Einige Themen wurden ganz neu aufgenommen, wie die verlässlich geregelten Arbeitsbedingungen für Teilzeitbeschäftigte. Manches stellt einen Kompromiss gegenüber den Forderungen der Arbeitgeberseite dar, anderes konnte deutlich inEurem Sinne verbessert werden. So gibt es zukünftig z.B. keine Einkommenseinbußen für längjährig Mitarbeitende bei unverschuldeter Leistungsminderung mehr.
    Neu, überfällig und besser ist, dass der rbb-Manteltarifvertrag in weiten Teilen künftig auch für die Aushilfen gilt. Das bedeutet für sie unter anderem einen angemessenen Urlaubsanspruch.
    Wir konnten gute Schutzregelungen im Fall von Rationalisierungsmaßnahmen oder beim Wegfall von Berufsbildern vereinbaren. Jetzt ist auch festgeschrieben, wie jemand in einem solchen Fallen in eine andere angemessene Beschäftigung gebracht werden kann.
    Häufig strittig war bisher die Arbeitsbefreiung bei Arztbesuchen oder ärztlich veranlassten Therapien. Hier haben wir erreicht, dass die Therapien mit berücksichtigt werden.  
    Wie geht es weiter?
    Bis Ende Juli wird der Text des neuen Manteltarifvertrages redaktionell überarbeitet und abschließend geprüft. Er wird dann den rbb-Gremien zur Zustimmung vorgelegt.
    Für alle ver.di-Mitglieder werden wir noch vor den Sommerferien eine Informationsveranstaltung abhalten, die Einladung folgt.
    Die ver.di-Tarifkommission im rbb und die ver.di-Gremien werden über den Text diskutieren und über ihn abstimmen.
    Der neue Manteltarifvertrag könnte dann am 1. Januar 2017 in Kraft treten.
    Mal sehen, ob der Mantel groß genug ist, passt oder noch mal zum Schneider muss.
    Euer geschäftsführender Senderverbandsvorstand von ver.di  im rbb