Hessischer Rundfunk

    Weber, Hager oder...? Wo geht's hin mit dem hr?

    Hessischer Rundfunk

    Weber, Hager oder...? Wo geht's hin mit dem hr?

    ver.di im hr zur anstehenden Intendantenwahl

     

    Am 29. Oktober 2021 sollte der Rundfunkrat einen neuen Intendanten oder eine neue Intendantin wählen. Doch es kam bekanntermaßen zum Patt. 16:16 Stimmen, nach drei Wahlgängen für Stephanie Weber und Florian Hager. Ein neuer Wahltermin ist am 3. Dezember geplant. Eine Findungskommission hatte zuvor aus insgesamt zehn Bewerber*innen zwei Kandidat*innen ausgewählt: Betriebsdirektorin Stephanie Weber und Florian Hager, stellvertretender ARD Programmdirektor. Im Vorfeld schrieb die Süddeutsche Zeitung, dass der hr beide brauchte: Programm-Mann Hager für Digitalkompetenz und die Zahlen-Frau Weber für solide Finanzen, So weit, so plakativ.

    Intransparentes Verfahren

    lntendant*innen-Wahlen bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten finden nicht im politisch-luftleeren Raum statt. Ob Rundfunkrät*innen unabhängig sind oder letztlich doch bestimmten "Fraktionen" angehören, ist schwer zu durchschauen. Viele Kolleginnen im Haus haben jedoch das Gefühl, dass das Besetzungsverfahren der wichtigsten Stelle im Hessischen Rundfunk intransparent ist. Wieso stellen die Bewerber*innen ihre Vorstellung, wie sie den hr in die Zukunft führen wollen, eigentlich nicht den Menschen vor, für die sie die Personalverantwortung übernehmen?

    Wir können über die Programme der beiden Bewerber*innen leider auch nicht viel mehr sagen, als der Presse zu entnehmen war. Deshalb wollen wir auch keine Wahlempfehlung an Rundfunkrät*innen aussprechen. Wichtiger als plakative Etikettierungen sind für uns folgende Erwartungen an ein(e) neue(n) Intendanten:

    Transformation ja - aber mit den Beschäftigen: Digitaler Wandel gelingt nur zusammen mit den Kolleginnen. Wir müssen die Transformation zu einem modernen Medienhaus gemeinsam gestalten, egal, wo und wie jemand arbeitet, ob fest oder frei, bei Fernsehen, Hörfunk oder Multimedia, in der Produktion oder in der Betriebsdirektion.

    Nicht kaputt sparen: Gutes Programm braucht eine solide Finanzierung. Der/die neue Intendanten muss sich dafür einsetzen, dass für ein qualitativ gutes Programm ausreichende Mittel zur Verfügung stehen.

    Eigenproduktion statt Outsorcing: Outsorcing ist nur selten eine gute Idee. In der Vergangenheit haben unsere Kolleginnen immer wieder bewiesen, dass wir kostengünstiges und hochwertiges Programm am besten selbst machen können!

    Für gute Arbeitsbedingungen und einen vielfältigen hr: Wir setzen uns für gute Arbeitsbedingungen und tarifliche Absicherung für Feste und Freie ein. Alle Beschäftigten brauchen eine Perspektive im hr und Planbarkeit für sich und ihre Familien. Zudem erwarten wir ein starkes Signal für Chancengleichheit und gegen jegliche Form von Diskriminierung.

    Nur gemeinsam sind wir ein starker Hessischer Rundfunk.

    Eure ver.dis im Hessischen Rundfunk

     

    ver.di im hr - 30.11.2021