Hessischer Rundfunk

    Nicht immer nur bei den Beschäftigten sparen!

    Hessischer Rundfunk

    Nicht immer nur bei den Beschäftigten sparen!

    Tarifverhandlungen in den Sendern der ARD

     

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    im November 2022 steht im Hessischen Rundfunk die nächste Tarifrunde an. Andere wie SWR, WDR und BR verhandeln bereits. Allerdings zeigt sich da noch kein Licht am Ende des Tunnels. Erste Streikaktionen haben bereits stattgefunden.

    Wie ist die Situation? Wir rechnen mit einer Inflationsrate von rund 9 Prozent in diesem Jahr. Die Energiekosten schießen rasant in die Höhe und könnten bald für viele kaum noch zu bezahlen sein. Ob und wann sich die Lage „normalisiert“, ist heute nicht vorherzusagen.

    Was bedeutet das? Mit dem jetzigen Einkommen werden viele nicht mehr über die Runden kommen, auch wenn die Bundesregierung ein Paket nach dem anderen schnürt! Der Wert unseres sauer verdienten Geldes schwindet rapide. Die Anstalten, die schon verhandeln, orientieren sich am Öffentlichen Dienst. Der Öffentliche Dienst hat gerade mal mit 2,8 Prozent abgeschlossen, plus Einmalzahlung.

    Es ist erstaunlich wie flexibel die ARD auf die Tarifabschlüsse im Öffentlichen Dienst reagiert. Werden dort gute Abschlüsse gemacht, dann sollen die nicht für die ARD-Anstalten gelten. Werden aber geringe Abschlüsse ausgehandelt, ist der Öffentliche Dienst wieder Vorbild. So kann man das auch machen. Aber nicht mit uns.

    Wir müssen versuchen, einen möglichst hohen Abschluss auszuhandeln, damit unsere Einkommen nicht ins Bodenlose sinken. Die von der Bundesregierung ins Spiel gebrachte steuer- und sozialversicherungsfreie Einmalzahlung von maximal 3.000 Euro werden wir dabei in die Überlegungen einbeziehen. Aber Achtung: Einmalzahlungen erscheinen zwar auf den ersten Blick lukrativ, sind aber in ihrer Wirkung nicht nachhaltig. Lineare Erhöhungen der Gehälter und Honorare wirken viel effektiver in die Zukunft. Es wird auch entscheidend auf die Laufzeit des nächsten Abschlusses ankommen. Diese muss möglichst kurz sein, denn die wirtschaftliche Entwicklung ist zur Zeit nicht absehbar. Sinkt die Inflationsrate, können wir genauso flexibel reagieren, wie wenn sie steigt.

    Was ist wichtig? Dass die Beschäftigten hinter ihren Gewerkschaften stehen. Die Verhandlungen werden auch beim hr hart werden. Notfalls müssen auch wir im hr zu Streikmaßnahmen greifen. Und wir sollten uns nicht von dem Spargesummse beindrucken lassen.

    Wir meinen:
    Nicht immer nur bei den Beschäftigten sparen!
    Denn ohne uns geht’s nicht.
    Wir sind der hr!

    Eure Tarifgemeinschaft aus DJV, DOV und ver.di
    13.09.2022