Hessischer Rundfunk

    KEF plädiert für Kürzung unserer Gehälter

    Tarifrunde 2019

    KEF plädiert für Kürzung unserer Gehälter

    Finger weg von unseren Vergütungen! Keine Einmischung in die Tarifverhandlungen!

     

    Ein von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) in Auftrag gegebenes Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass die Mitarbeiter*innen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks überproportional gut verdienen. Und zwar im Vergleich mit der öffentlichen Verwaltung und mit kommerziellen Medienunternehmen. Die Vergütungen lägen jedoch auf einem ähnlichen Niveau wie bei Wirtschaftsunternehmen außerhalb der Medienbranche. Ausgenommen BR, hr, WDR und ZDF.

    Spaltpilz a la KEF

    Wahrscheinlich hatten wir im hr, wie auch die Kolleg*innen bei BR, WDR und ZDF, einfach mehr Verhandlungsglück. Vielleicht haben die anderen Sender aber auch nur andere Schwerpunkte gesetzt, die sich nicht auf die Vergütungen ausgewirkt haben. Ein Vergleich nur der Vergütungsstrukturen ist deshalb Quatsch. Doch was treibt die KEF gerade jetzt dazu, diese Diskussion anzufeuern? In allen Sendern laufen zur Zeit Tarifverhandlungen und wir unterstützen uns gegenseitig bei den ARD-weiten Aktionen und Streiks. Sät hier die KEF ganz bewusst den Spaltpilz?

    Gutachten mangelhaft

    Zweifel an der Glaubwürdigkeit dieses Gutachtens sind erlaubt, wenn man sieht, wie uns schon heute in einigen Bereichen wie der IT die Spezialisten langsam davonlaufen. Sicherlich nicht nur als Folge der permanenten Zeitverträge.

    ARD, ZDF und Deutschlandradio weisen darauf hin, das u. a. der höhere Altersdurchschnitt bei den Sendern, der ja bekanntlich den Vergütungsschnitt hebt, nicht ausreichend berücksichtigt wurde. Deshalb haben die Sender ein Zusatzgutachten in Auftrag gegeben, das u. a. diesen Aspekt einbezieht. Basierend auf diesem Zusatzgutachten kommen die Anstalten zu der Auffassung, dass unsere Vergütungen, "bereinigt um Sondereffekte und von Ausnahmen abgesehen", unter denen lägen, die kommerzielle Medienanbieter und die übrigen Wirtschaftsunternehmen zahlen.

    Der KEF ist das egal

    Das interessiert die KEF maximal einen feuchten Kehricht. Ihr Plan war und ist, den künftigen Personalbedarf der Rundfunkanstalten um 60,3 Mio Euro zu kürzen.

    Wir fordern:

    • Keine Einmischung der KEF in die Tarifverhandlungen.
    • Finger weg von unseren Vergütungen.
    • Sicherung der Unabhängigkeit und Qualität des öffentlich-rechtlichen Rundfunks durch eine angemessene Finanzierung.

    ver.di-GVV hr, 27.11.2019