BR: ver.di fordert Aufnahme von Verhandlungen zu Vergütungsfragen bei Wiederholungen und breit gestreuter Verbreitung

© Jens Olsson
Die Führungsetage des BR
16.02.2024

Von unseren Mitgliedern beim BR erreichen uns laufend Rückmeldungen, dass es vor dem Hintergrund der geplanten ARD-Programmreform und ihrer angekündigten Absicht von „Regal-Lösungen“ zu einer Unwucht im Verhältnis von Honoraren und Nutzung der Beiträge kommt. Betroffen sind insbesondere Wiederholungen von Programmbeiträgen, die ursprünglich für den BR beauftragt wurden und später von anderen ARD-Anstalten übernommen und in verschiedenen Ausspielwegen einem breiten Publikum zur Verfügung gestellt werden.

Innerhalb der ARD hatte man sich unlängst darauf verständigt, die Zusammenarbeit im Programmbereich auszuweiten und künftig Beiträge in so genannten „Regalen“ für alle ARD-Anstalten zur Verfügung zu stellen.  Damit werden die im BR beauftragten und meist auch nur für diesen bestimmten Inhalte künftig durch Wiederholungen und Mehrfachausspielung einem viel breiteren Publikum zur Verfügung gestellt – ver.di ist der Meinung, dass sich eine mehrfache und breitere Verwertung auch im Honorar niederschlagen muss.

Allerdings fehlt hierzu eine entsprechende Tarifregelung.

Urheber- und Mitwirkenden-TV des BR sehen zwar eine Regelung für Fälle von Wiederholungen und breit gestreuter Verbreitung vor, verweist aber auf einen „Tarifvertrag über die Mindestvergütungen für arbeitnehmerähnliche Personen des BR“ – das Problem: diesen gibt es (noch) nicht.

Angesichts der Vorhaben und bereits öffentlich bekannter Verabredungen zu einer engeren programmlichen Zusammenarbeit in der ARD ist es nun drängender denn je, die offen gelassenen Vergütungsfragen bei Wiederholungen und breit gestreuter Verbreitung durch eine wirksame tarifliche Regelung zu klären.

Wir haben den BR daher mit Schreiben vom 12.02.2024 zur Aufnahme von Verhandlungen aufgefordert. In diesen Verhandlungen wollen wir verbindlich festlegen, wann die Honorararten B (bzw. Fernsehen F) bei Einmalvergütung und A (bzw. E) bei Wiederholungsanspruch gelten sollen.

Zum Stand der Verhandlungen halten wir euch auf dem Laufenden.