Bayerischer Rundfunk

    Bayerischer Rundfunk: Alles zum Streik am 13.10.2022

    Bayerischer Rundfunk: Alles zum Streik am 13.10.2022

    ver.di ruft in der Tarifauseinandersetzung mit dem Bayerischen Rundfunk zum Warnstreik am 13.10.2022 von 11 - 19 Uhr auf.

    Der Aufruf richtet sich an alle festen und freien Mitarbeiter aller bayerischen Betriebsteile und Betriebsstätten des Bayerischen Rundfunks, des Hauptstadtstudios Berlin des Bayerischen Rundfunks, der ARD-ZDF Medienakademie Nürnberg, der ARGE RBT Nürnberg, der ARD Programmdirektion München sowie der BR Media (mit BRmedia GmbH, BRmedia Service GmbH, BR-Senderstandort-Vermietungsagentur GmbH und BRmedia Personal GmbH).

    Alle Mitarbeitenden, die den aufgerufenen Standorten zugeordnet sind – unabhängig davon, ob sie sich in der Betriebsstätte, im Home-Office oder auf Dienstreise befinden und ebenfalls unabhängig davon, ob sie Mitglied einer der aufrufenden Gewerkschaften sind, sind aufgerufen, sich an dem Warnstreik zu beteiligen.


    Der Warnstreik findet von 11 Uhr bis 19 Uhr statt.

    Nur in diesem Zeitfenster darfst du die Arbeit ruhen lassen und dich von deinem Arbeitsplatz entfernen.

    Sollte es im Rahmen deiner Streikteilnahme zu Problemen mit dem Arbeitgeber oder Vorgesetzten kommen, wende dich bitte umgehend telefonisch an die örtliche Streikleitung unter der 0160 - 3216310

    Wir fordern euch auf an unseren zentralen Streikkundgebungen teilzunehmen:

    Streikkundgebungen

    München:
    Donnerstag, den 13.10.2022 ab 12h am Funkhaus (Ecke Arnulfstraße/Hopfenstraße)

    andere Standorte, Home-Office und Dienstreisen:
    Online Streikveranstaltung "Eure Zukunft - Eure Fragen: Digitale Streikversammlung zur Tarifrunde"
    am 13.10.2022 von 14 - 15h: Link zur Veranstaltung 


    Wir unterstützen unsere Mitglieder mit Streikgeld. Dieses zahlen wir aus, sobald der Arbeitgeber bekanntgibt, dass er aufgrund der Streikteilnahme den Lohn/das Honorar einbehalten wird.
    Wenn du noch Mitglied werden und damit von der Streikunterstützung durch ver.di profitieren möchtest, sprich bestenfalls eine Kollegin bei der Streikerfassung vor Ort an – falls du nicht dabei sein kannst, melde dich schnellstmöglich per Mail: annette.greca@verdi.de

    Ver.di-Mitgliedern, die an der Streikversammlung teilnehmen, aber keinen Lohn- oder Honorarausfall befürchten müssen, empfehlen wir trotzdem eine Eintragung in die Streikliste. Das Ausfüllen des Antrags auf Streikgeld ist in diesem Fall nicht notwendig.
    Nicht-Mitgliedern, die ihre Arbeit während des Warnstreikaufrufs niederlegen, empfehlen wir, sich zum Zwecke des Nachweises der Streikteilnahme ebenfalls in die Streikliste einzutragen.
    Mitglieder von BJV und unisono (ehemals DOV) wenden sich wegen Erfassung und Streikgeldanspruch bitte an ihre Gewerkschaft.

     
    Die Streikerfassung findet statt:

    München
    am Funkhaus Arnulfstraße/Hopfenstraße von 11h – 13.30h
    Nürnberg
    Gewerkschaftshaus, Kornmarkt 5-7, 11h – 13.30h

    ver.di-Mitglieder, die sich auf Dienstreise befinden oder nicht an der zentralen Streikversammlung teilnehmen können, melden sich bitte per Mail noch am 13.10.2022 mit Dauer der Streikteilnahme und vollständigem Namen unter der Mailadresse: muenchen@connexx-av.de
    Im Anschluss füllen sie bitte das Blankoformular im Anhang der Mitgliedermail aus und schicken es innerhalb einer Woche

    per Mail: fb-a.m@verdi.de

    oder postalisch an:

    ver.di München & Region
    Landesfachbereich A
    Stichwort: Streikerfassung örR
    Neumarkter Str. 22
    81673 München

    Mitglieder aus Mittelfranken wenden sich an: 

    per Mail: fb-a.mfr@verdi.de 

    oder postalisch an: 

    FB A  ver.di Bezirk Mittelfranken
    Maria Kühn
    Kornmarkt 5-7
    90402 Nürnberg


    Wer sich in die Streikliste eintragen aber kein Streikgeld beantragen möchte, jedoch nicht vor Ort sein kann, schickt bitte eine E-Mail an muenchen@connexx-av.de – hier reicht ein kurzer Vermerk wie lange gestreikt wurde.

    Es ist ebenfalls möglich das Blankoformular im Anhang vorab auszufüllen und bei der Streikkundgebung abzugeben.
    Unterstützung beim Ausfüllen des Formulars erhaltet ihr von den Kolleginnen, welche die Streikerfassung durchführen.  Bitte gebt keine halb ausgefüllten Formulare ab, sondern holt euch nötigenfalls Unterstützung– unvollständige Angaben erschweren und verzögern die Bearbeitung des Streikgelds für alle.

    Gerne könnt ihr euch auch wegen Rückfragen zum Formular an die Mailadresse fb-a.m@verdi.de wenden, sofern ihr nicht vor Ort sein konntet.
    Bitte habt Verständnis dafür, dass wir aufgrund der Fülle der eingehenden Mails eure Anfragen erst im Nachgang an den Aktionstag beantworten können. Das hat aber keinerlei Auswirkungen auf euren Streikgeldanspruch.
    Weitere Hinweise sowie alle Infos zur aktuellen Tarifrunde finden sich auf unserer Webseite, allgemeine Fragen werden in den FAQ oder in dem PDF "Deine Rechte im Streik" beantwortet.


    Gerne dürft ihr vor Ort die vorhandenen Mittel nutzen, um euren Forderungen Ausdruck zu verleihen. Wer selbst ein Plakat, etc. mitbringen möchte, darf dies natürlich auch tun.
    Wir freuen uns immer über schöne Fotos – insbesondere von Kolleg:innen, die auf Dienstreise streiken oder die Gelegenheit hatten schöne Momente festzuhalten.
    Schickt eure Fotos gerne an annette.greca@verdi.de (schreibt bitte gleich dazu, ob wir die Fotos für unsere Social-Media-Kanäle und Veröffentlichungen nutzen können). Gerne dürft ihr euch unter den Hashtags #jetzteinschalten und #TarifrundeÖRR auf allen Plattformen mit in die Diskussion einmischen oder eure eigenen Fotos und Forderungen verbreiten.

    Wir freuen uns auf eure zahlreiche Beteiligung!

    • Alles rund um den Streik

      Wer darf streiken? 

      Jeder Mitarbeitende, egal ob fest, frei, Azubi, Volontär, dual studierend, gewerkschaftlich organisiert oder nicht, darf an einem Streik teilnehmen, wenn eine der im Betrieb vertretenen Gewerkschaften zum Streik aufruft. 
      Für deine Beteiligung am Streik darfst du nicht bestraft, abgemahnt oder gekündigt werden. Das Recht am Streik teilzunehmen ist sogar im Grundgesetz verankert. Art. 9 III GG stellt klart, dass es das Recht der Arbeitnehmer:innen ist, ihre Interessen gemeinsam mit den Kolleg:innen durchzusetzen.

       

      Warum sollte ich streiken?

      Durch einen (Warn-)Streik verleihen die Arbeitnehmer:innen ihren Forderungen in einer Tarifauseinandersetzung Nachdruck. Nur durch eine hohe Streikbeteiligung kann der Druck auf die Arbeitgeberseite dahingehend erhöht werden, dass diese im Tarifkonflikt zum Einlenken gezwungen wird. Deswegen zählt jeder einzelne Streikende. 
      Mit der Teilnahme am Streik werden die Pflichten aus dem Arbeitsvertrag ausgesetzt. Die Beschäftigten sind nicht mehr verpflichtet, Arbeitsleistungen zu erbringen, der Arbeitgeber darf für die Zeit der Teilnahme am Streik das Arbeitsentgelt abziehen.
      Die Streikteilnahme darf keine rechtlichen Folgen für das Arbeitsverhältnis haben. Auch die Forderung, sich in Streiklisten
      einzutragen, ist nicht zulässig.
      Will der bestreikte Arbeitgeber das Entgelt für die Zeit des Streiks abziehen, so muss er Beginn und Ende der Streikteilnahme der einzelnen Beschäftigten nachweisen.

       

      Muss ich mich bei meinem Vorgesetzten abmelden, wenn ich am Streik teilnehme?

       

      Nein. Weder musst du vor Arbeitsantritt anrufen, um dich abzumelden, noch "ausstempeln" wenn du gehst, um am Streik teilzunehmen. 
      Sind in einem Betrieb oder einer Dienststelle Zeiterfassungssysteme vorhanden, so besteht für die Zeit der Streikteilnahme keine Verpflichtung, „auszustempeln“. Das BAG hat hierzu einen einfachen Grundsatz aufgestellt:
      „Wer ausstempelt, befindet sich in seiner Freizeit. Ein „Streiken“ während der Freizeit ist aber rechtlich nicht möglich.“
      Auch eine weitere in der Praxis oft strittige Frage hat das BAG klar gestellt:
      Die Zeit der Streikteilnahme darf nicht auf ein Gleitzeitkonto angerechnet werden oder als „Fehlzeit“ in einem Zeiterfassungssystem verbucht werden. Die Streikteilnahme führt dazu, dass der Arbeitgeber berechtigt ist, das entsprechende Entgelt einzubehalten. Eine einseitige Anrechnung durch den Arbeitgeber auf die Arbeitszeit ist nicht zulässig. Wird die Zeit der Streikteilnahme in einem Zeiterfassungssystem automatisch als „Fehlzeit“ abgerechnet, kann die Rückgängigmachung
      verlangt werden.
      Auch hieraus folgt nochmals, dass ein Ausstempeln bzw. ein Einstempeln am Streiktag nicht verlangt werden kann.

       

      Niemand muss Streikbrecher sein!

      Manche Vorgesetzte behaupten, dass sie Beschäftigte einseitig zu "Notdienstarbeiten" verpflichten können. ver.di hat im aktuell laufenden Tarifkonflikt aber keine Notdienstvereinbarung unterzeichnet. Solltest du am Gehen gehindert werden, wende dich umgehend telefonisch an die Streikleitung. 
      Zur Gefahrenabwehr für Leib oder Leben im Bereich der wesentlichen Daseinsvorsorge wird ver.di den Abschluss von Notdienst-Vereinbarungen anstreben. Die Bereiche und die Personen, die im Notdienst tätig werden sollen, werden darin festgelegt. Weigert sich ein Arbeitgeber, eine entsprechende Notdienst-Vereinbarung abzuschließen, werden wir die Notdienste sicherstellen. Im Bereich des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sind derartige Vereinbarungen bisher nicht gebräuchlich.
      Auch Leiharbeiter müssen übrigens laut AÜG in einem bestreikten Betrieb nicht arbeiten. 

       

      Ich habe Urlaub oder bin krank

       

      Waren Beschäftigte vor Beginn des Streiks krank oder in Urlaub, so verbleibt es bei Beginn des Streiks dabei. Streikwillige können aber gegenüber ihrem Arbeitgeber erklären, dass sie den Urlaub beenden und am Streik teilnehmen. Dies führt zu einem entsprechenden Entgeltabzug, der Urlaub bleibt aber erhalten. Gegebenenfalls sind aber Verfallsfristen zu beachten, diese werden durch eine Streikteilnahme nicht hinausgeschoben.
      Erkranken Streikteilnehmer nach Beginn des Streiks, so können sie gegenüber ihrem Arbeitgeber die Beendigung der Streikteilnahme mitteilen. Sinnvollerweise soll dies schriftlich geschehen und durch Vorlage eines Attestes. Nur dann kann wieder die Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle beansprucht werden.

       

      Streik und Strafrecht

       

      Der Streik rechtfertigt keine strafbaren Handlungen. Werden Streikende aufgefordert, das Betriebsgelände zu verlassen, müssen sie dem Folge leisten. Unvermeidbare Verzögerungen z.B. durch Gespräche oder Streikposten im Zugangsbereich eines Betriebes müssen jedoch hingenommen werden. Die Streikenden dürfen ihre Meinung auch „schimpfend und polternd“ äußern, Beleidigungen oder tätliche Angriffe von Streikwilligen sind aber nicht zulässig. Streikwillige dürfen nicht am Betreten des Betriebsgeländes gehindert werden, auch wenn Verzögerungen unvermeidbar sind und hingenommen werden müssen.

    • Informationen zum Streikgeld

      Wer erhält Streikgeld?


      Kolleginnen und Kollegen, die bereits seit dem Vormonat des Streiks Mitglied der ver.di sind, erhalten Streikgeld. Wer sich im Rahmen des Arbeitskampfs für eine Mitgliedschaft entscheidet, kann die hauptamtlichen Kollegen bei der Streikerfassung bezüglich weiterer Informationen zu einem Beitritt anfragen.

      Ver.di-Mitglieder erhalten Streikgeld in Höhe des 2,5-fachen des Monatsbeitrages für jeden Streiktag, an dem kein Entgelt gezahlt wird. Bei einer Mitgliedschaft von weniger als 1 Jahr beträgt die Höhe des Streikgeldes das 2,2-fache des Monatsbeitrages. Pro kindergeldberechtigtem Kind gibt es 2,50 € pro Arbeitstag zusätzlich.

      Übrigens: Bei Übertritten von anderen DGB-Gewerkschaften werden die Zeiten in der Vorgewerkschaft für die Gewährung von Streikgeld, Rechtsschutz, etc. anerkannt.
      Ver.di-Mitglieder haben zudem umfangreichen Rechtsschutz und die Möglichkeit zurRechtsberatung in allen Streitfragen in Zusammenhang mit einem Arbeitskampf.

       

      Wie beantrage ich Streikgeld?

       

      Die Streikgeldanträge werden bei der Streikversammlung oder Streikerfassung ausgefüllt und/oder abgegeben. Kollegen, die nicht zur Streikerfassung kommen können, wenden sich bitte an die oben angegebene E-Mailadresse. Das Formular ist überschrieben mit „Streikunterstützung – Auszahlungsformular“ und enthält alle wichtigen Angaben. Mindestens sollten folgende Angaben ausgefüllt werden:

       Name

       Vorname

       Kontaktdaten (bestenfalls E-Mail und Telefon)

       Individuelle Wochenarbeitszeit in Stunden

       Ausgefallene Arbeitsstunden pro Streiktag (bitte keine Kreuze in die Kästchen machen)

       Monatsverdienst und Beitrag

       Anzahl kindergeldberechtigter Kinder

       Bankverbindung

       Datum und Unterschrift

      Mein Streikgeld ist noch nicht da?

       

      Die Bearbeitung des Streikgelds erfolgt nur im Falle des Lohnabzugs durch den Arbeitgeber. Je nach Größe des Streiks und sich aus falsch/unvollständig ausgefüllten Formularen ergebenden Rückfragen, kann sich die Bearbeitung ein wenig verzögern. Wir tun aber unser Bestes um die Streikunterstützung schnellstmöglich zu gewährleisten. Sollte die Bearbeitung viel länger als gewöhnlich dauern, kannst du dich, insbesondere wenn die Kollegen bereits Geld erhalten haben, gerne auch an die Geschäftsstelle wenden. Weitere Infos zum Streikgeld findest du auf unserer ver.di Internetseite.

      Ich habe keine Mail erhalten?

      Wenn sich unsere Mail auch nicht im Spam-Ordner findet, können wir dich wahrscheinlich leider nicht kontaktieren, weil du keine (aktuelle und funktionierende) Mailadresse hinterlegt hast. Gerne kannst du das unter der URL meine.verdi.de ändern, dann erhältst du künftig alle Infos bequem ins Postfach. Selbstverständlich kannst du deine Einwilligung jederzeit widerrufen.

    • Hinweise für Streikende auf Dienstreise

       

      1. Darf ich zu Streikzwecken bei meinem Außeneinsatz vor Ort meinen Drehauftrag unterbrechen oder verweigern?

       

      Selbstverständlich, der Kern eines Streiks ist, dass man die Arbeit für den Zeitraum des Streiks ruhen lässt. Für die Dauer des Streiks kannst du dich beispielsweise mit deinen ebenfalls streikenden Kolleg:innen in ein Lokal setzen und an der Online-Streikversammlung teilnehmen. Wie es nach dem Streik mit dem Drehauftrag weitergeht (Absage/Fortsetzung/etc.) ist Entscheidung des Vorgesetzten.

       

      2. Darf ich beim Außeneinsatz wegen des Streiks mit dem Dienstfahrzeug nach Hause fahren?

      Im Einzelfall kann es vorkommen, dass wegen eines Warnstreiks der Verbleib am vorübergehenden Dienstort keinen Sinn macht. Selbstverständlich kannst du aber nicht „einfach so“ in das Dienstfahrzeug steigen und zurückfahren.
      Der aktive Einsatz von Arbeitsmitteln des Arbeitgebers (Fahrzeuge, Maschinen etc.) ist nicht zulässig. Der Streik rechtfertigt nur die Niederlegung der Arbeit, nicht aber den aktiven Einsatz oder Beschädigungen der Arbeitsmittel des Arbeitgebers.

      Bitte sprich dich in einem solchen Fall vorab mit deinem Vorgesetzten ab, um auch versicherungsrechtliche Fragen abzuklären.

       

      3. Wie kann ich als ver.di-Mitglied im Außendienst/-einsatz während des Streiks meine Teilnahme am Streik dokumentieren und wie bzw. wo kann ich mich in Streiklisten eintragen?

       

      Die Streikteilnahme dokumentierst du zunächst formlos per Mail, das Formular mit Antrag zur Streikunterstützung kann zeitnah postalisch oder per Mail nachgereicht werden. Alle notwendigen Infos findest du in deiner Mitglieder-Mail oder auf unserer Webseite.