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    Warnstreiks beim MDR gehen weiter

    Warnstreiks beim MDR gehen weiter

    Die Warnstreiks sind beim MDR  in die dritte Runde gegangen. Nun wurde eine Tarifeinigung erzielt. Die Details des Eckpunktepapiers stehen noch aus

    06. September 2017

    Nach einem ersten Warnstreik bei MDR und KiKa in Erfurt, Dresden und Magdeburg am vergangenen Donnerstag, an dem sich rund 150 Beschäftigte beteiligt hatten, dauern weitere Warnstreiks heute nun den dritten Tag in Folge an. Es ist das erste Mal in der Geschichte des MDR, dass an zwei aufeinanderfolgenden Tagen gestreikt wird.

    Bereits am Montag hatten die Gewerkschaften zu verhandlungsbegleitenden Aktionen beim MDR in Leipzig aufgerufen. Beteiligt hatten sich rund 230 Beschäftigte, es kam streikbedingt zu zahlreichen Änderungen im Programm. Auch das ARD-Magazin "Brisant" musste kurzfristig entfallen. Da es aber auch in der Verhandlungsrunde vom Montag zu keiner Annäherung zwischen Gewerkschaften und MDR-Geschäftsleitung kam, wurden die Warnstreiks auch am Dienstag fortgesetzt. In Leipzig haben deutlich mehr Kolleginnen und Kollegen als noch am Vortag ihre Arbeit niedergelegt, was erneut zu Programmausfällen und ‚Notprogramm‘ führte. Da die Geschäftsführung des MDR angekündigt hat, die Tarifverhandlungen frühestens am 28. September fortführen zu wollen, ging der Warnstreik heute in die dritte Runde. Die Gewerkschaften hatten die Fortsetzung der Verhandlungen noch in dieser Woche angeboten.

    Hintergrund der anhaltenden Warnstreiks ist, dass die MDR-Geschäftsführung die Forderungen der Gewerkschaften bisher nur bei der Erhöhung der Gehälter und Honorare weitgehend erfüllt. ver.di hatte eine Erhöhung um 5,5 Prozent gefordert, der MDR bot zuletzt 2,2 Prozent zum 1. April 2017 und weitere 2,35 Prozent zum 1. April 2018 bei einer Laufzeit von 24 Monaten.

    Als unzureichend bewertet der ver.di-Landesfachbereichsleiter Medien, Kunst und Industrie, Michael Kopp, hingegen die bisherigen Vorschläge der Geschäftsführung, was den Familienzuschlag für Feste und Freie, die Erhöhung der Sonn- und Feiertagshonorare und die Erhöhung der Garantiesumme im Bestandsschutztarifvertrag (BTV) betrifft.

    So sollen etwa die Sonn- und Feiertagshonorare für freie Mitarbeiter_innen nach der Vorstellung des MDR zwei Mal um jeweils 5 Prozent auf 30 Prozent beziehungsweise 85 Prozent erhöht werden. Dies allerdings nur auf der Berechnungsbasis der Mindesthonorare. Diese Honorare, erläutert Kopp, müssten dann im Unterschied zu den entsprechend höheren Zuschlägen für die festen Mitarbeiter_innen voll versteuert werden. Darüber hinaus sollen sie, so die Forderung der Geschäftsführung, für sechs Jahre 2023 eingefroren werden. Den Familien- bzw. Kinderzuschlag für feste und freie Mitarbeiter_innen habe die Geschäftsleitung des MDR mit einer „totalen Blockade belegt“, sagt Kopp. Sie sei lediglich zu einer Verhandlungsoption ab 2018 bereit, womit der MDR die einzige ARD-Anstalt bleibe, die keine entsprechende Regelung hat.

    Kopp kündigte an, dass die MDR-Kolleginnen und -Kollegen in Leipzig die Tarifrunde weiterhin mit Aktionen begleiten werden. Sie würden von der Geschäftsleitung unter anderem die Zusage erwarten, dass die Tariferhöhungen nicht zu Reduzierungen bei der Beschäftigung führen.

    Wie dagegen nun bekannt wurde, gab es heute Morgen ein Spitzengespräch, auf dem nun aktuell die Verhandlung auf Spitzenebene fortgeführt wird.

    ***Update 6. September 14:00***

    Gewerkschaften und MDR-Geschäftsleitung haben eine Eingigung erzielt und formulieren aktuell das entsprechende Eckpuntepapier. Der Warnstreik beim MDR ist beendet.

     

    Die ver.di-Tarifinformation vom 05. September 2017 kann hier als PDF heruntergeladen werden: