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    Brief an den RBB-Rundfunkrat

    Brief an den RBB-Rundfunkrat

    22. Februar 2018

    Heute Nachmittag tagt in Potsdam ab 16 Uhr der Rundfunkrat des RBB. Diese Gelegenheit nutzen die Freien im ver.di-Senderverband, um dessen Mitgliedern einen Brief zu überreichen, in dem sie auf die Problematik der Schlechterbezahlung von freien Mitarbeiter_innen hinweisen und den Rundfunkrat bitten, politisch für die nötigen Rahmenbedingungen zu sorgen, die es dem RBB erlauben, weiterhin glaubwürdig seine Aufgaben zu erfüllen.

    Der Brief im Wortlaut:

    Warum gleicher Lohn für gleiche Arbeit unverzichtbar ist

    Sehr geehrte Mitglieder des RBB-Rundfunkrates,

    Pressefreiheit ist nicht nur ein Recht, sondern auch Verpflichtung. Dazu gehören die Gleichheit der Menschen und das Diskriminierungsverbot. Selbstverständlich ist es daher, dass Frauen nicht schlechter als ihre männlichen Kollegen bezahlt werden dürfen. Genauso selbstverständlich sollte es sein, dass bei identischer Arbeitsleistung z. B. eine freie Redakteurin nicht schlechter bezahlt wird als ihre fest angestellte Kollegin.

    Freie Mitarbeitende erlauben den Sendern große Flexibilität in der Planung. Sie nehmen dadurch eine enorme Unsicherheit in ihrer Lebensplanung auf sich und sind bereits von daher schlechter gestellt als ihre fest angestellten Kollegen. Dies lässt sich zum Teil durch die Rundfunkfreiheit und damit verbundene Programmautonomie begründen. Eine Schlechterbezahlung aber nicht. Plausibel wäre im Gegenteil eher eine bessere Bezahlung.

    Die Hälfte der rund 3600 Beschäftigten im RBB sind freie Kolleginnen und Kollegen! Seit mehr als 14 Jahren verhandeln die Gewerkschaften mit dem RBB nun schon die längst überfällige Überarbeitung und Harmonisierung des Honorarrahmens. Unsere Maxime dabei: „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!“ Davon ist der RBB aber noch weit entfernt. Bis heute hat der RBB kein verhandelbares Angebot für einen fairen und vernünftigen Honorarrahmen vorgelegt.

    So wenig die erneuten Sparvorgaben der KEF Begründung dafür sein können, die Pressefreiheit zu relativieren, so wenig können sie als ausreichende Begründung dafür herhalten, RBB-Mitarbeitende für gleiche Tätigkeiten unterschiedlich zu bezahlen. Kosten können eingespart werden, Werte nicht.

    Es handelt sich daher nicht lediglich um eine Tarifangelegenheit zwischen den Gewerkschaften und dem RBB. Hier ist der Rundfunkrat ebenso gefordert, politisch für die nötigen Rahmenbedingungen zu sorgen, die es dem RBB erlauben, weiterhin glaubwürdig seine Aufgaben zu erfüllen. Denn seine Glaubwürdigkeit ist immer noch sein größtes Kapital.

    Wir bitten Sie daher herzlich um Unterstützung unseres Anliegens.

    Die RBB-Freien im Senderverband ver.di

    Der Brief als PDF zum Download: