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    Tarifverhandlungen bei der Deutschen Welle

    Renten sichern, jetzt!

    Tarifverhandlungen bei der Deutschen Welle

    Mitarbeiter protestieren gegen Vertragsbruch
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    "Finger weg von unserer Rente!", "Gehaltsabschluss jetzt!", "Skandal! Verwaltungsrat fordert Vertragsbruch bei der Deutschen Welle!" - mit diesem und anderen Slogans sowie Sprechchören von mehr als einhundert Beschäftigten der Deutschen Welle sahen sich Verwaltungsdirektorin Barbara Massing und ihre Verhandlungskommission vor der heutigen Tarifverhandlung konfrontiert. Nachdem der Vorsitzende des DW-Verwaltungsrates, Peter Clever, am Wochenende nochmals einen Großangriff auf die Altersversorgung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gestartet hat wollten viele Mitarbeiter deutlich machen, dass sie sich nicht in Geiselhaft nehmen lassen wollten. Grund dafür ist das Junktim der Geschäftsleitung, die als letzte der ARD-Anstalten immer noch keinen Tarifabschluss für das aktuelle Jahr vereinbart hat. Die Forderungen für den Gehaltabschluss bei der DW sind ähnlich wie bei anderen ARD-Anstalten und beim ZDF, allerdigs mit einer sozialen Komponente. Bei der DW steht allerdings noch zusätzlich die Rentenerhöhung für 2015 aus. Die Verhandlungen darüber waren zuletzt ohne neuen Termin abgebrochen worden.

    DW Protest gegen Rentenkürzungen Deutsche Welle DW Protest gegen Rentenkürzungen

    Ohne Verschlechterung der Altersversorgung wird der Verwaltungsrat auf Betreiben Peter Clevers einem Abschluss nicht zustimmen. Das geht der Belegschaft entschieden zu weit. Zum einen ist dies ein unzulässiger Eingriff in die Tarifautonomie, zum anderen wäre die geforderte Verschlechterung der Altversorgung ein klarer Vertragsbruch, denn die Rentner haben die Zusage, dass die Gehaltserhöhungen zu gleichen Prozentsätzen auch auf die Renten übertragen werden. Das haben die Rentner einerseits schriftlich und das war zum Zweiten auch Grundlage für die moderaten Tarifabschlüsse der Gewerkschaften in der Vergangenheit. Die Deutsche Welle hat also mit der Versprechung gesicherter Rentenansprüche und -zuwächse in der Vergangenheit beim Gehalt gespart. Jetzt wird ihr dies zu teuer und nun will sie von den Zusagen nichts mehr wissen. Aber Verträge sind einzuhalten - das gilt auch für die Deutsche Welle. Und die Mitarbeiter der Deutschen Welle - egal ob Festangestellter oder freier Mitarbeiter - haben ein Anrecht auf die Anpassung der Bezüge. So wie es die gesamte ARD bereits vereinbart hat. Nur die DW hinkt mal wieder hinterher ...bis es der Belegschaft reicht und ein Arbeitskampf droht. Das wäre dann aber sicher nicht die clevere Lösung, oder, Herr Clever?

    Bericht: Christian Hoppe, 01.02.2016