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    Tarifinfo: Jubiläumsleistungen

    Bayerischer Rundfunk

    Tarifinfo: Jubiläumsleistungen

    14. Juli 2017

    In der aktuellen Gehaltstarifrunde wird auch über eine Umgestaltung der Jubiläumsleistungen verhandelt. Dies hat für einigen Wirbel gesorgt, denn der BR hatte gefordert diese schrittweise abzuschaffen. ver.di hat sich dem von Anfang an entschieden entgegengestellt.

    Der BR stellt sich eine deutliche Reduzierung der Jubiläumsleistungen vor: Ab 2018 sollen die Leistungen schrittweise abgebaut und ab 2021 nur noch zu einem Bruchteil gewährt werden. Für das 25-jährige Dienstjubiläum gäbe es nach Vorstellung des BR ab diesem Zeitpunkt nur noch eine Sonder­zahlung in Höhe von 10% und zwei Urlaubstage, beim 40-jährigen Jubiläum 20% und 3 Urlaubstage.
    Die Berechnung der Sonderzahlung stützt sich dabei auf das Grundgehalt ohne den inzwischen um­gelegten Anteil des 13. Gehalts (also 92,3% der monatlichen Zahlung).
    Als Übergangsregelung schlägt der BR eine schrittweise Reduzierung der Jubiläumsleistungen vor: Für das 25-jährige Dienstjubiläum sollen ab 2018 noch 80% Jubiläumszahlung und 7 Urlaubstage gewährt werden, 2019 wären es 60% und 6 Tage, 2020 30% und 4 Tage und im Jahr 2021 würde dann die neue Regelung mit drastisch reduzierter Jubiläumsleistung in Kraft treten: 10% und 2 Tage. Für das 40-jährige Jubiläum würden 2018 160% und 10 Tage, 2019 120% und 8 Tage und 2020 60% und 5 Tage gewährt, bis dann 2021 die neue Regelung gelten soll: 20% und 3 Tage.

    Wir sind zwar bereit der politischen und finanziellen Situation des BR Rechnung zu tragen, eine derart drastische Reduzierung oder gar Abschaffung der Jubiläumsleistungen wird es mit uns aber nicht geben.

    Stattdessen schlagen wir nach dem Prinzip „Zeit statt Geld“ eine Regelung vor, die zwar die Liquidität des BR erhöht, den Angestellten aber die erdienten Ansprüche nicht nimmt und sie somit materiell auch nicht schlechter stellt: Jubilare, die 25 Jahre beim BR sind, sollen nach unserem Vorschlag fortlaufend mehr Urlaub gewährt bekommen. Als Berechnungsgrundlage soll dabei die bisherige Jubiläums­leistung dienen, die nun nicht mehr als einmalige Sonderzahlung gewährt, sondern in einen dauerhaft höheren Urlaubsanspruch ab dem Jubiläumsjahr umgerechnet werden soll. Die Umrechnung soll
    kostenneutral erfolgen, das heißt der BR soll daran nicht sparen, aber es soll für ihn auch nicht teurer werden. Dazu schlagen wir vor, die Berechnung anhand des Durchschnitts der restlichen Verbleibdauer der Jubilare im BR vorzunehmen. Konkrete Zahlen dazu muss der BR noch liefern. Ein realistisches
    Rechenbeispiel wäre aber, dass bei einem Anspruch von 16 Urlaubstagen und einem durchschnittlichen Verbleib von acht Jahren ab dem 25. Dienstjubiläum ein zusätzlicher, fortlaufender Urlaubsanspruch von zwei Tagen im Jahr entstehen würde. Insbesondere langjährige BR-Mitarbeiter würden von dieser Regelung profitieren: Wer früh beim BR anfängt und ihm lange treu bleibt, erhält die zusätzlichen
    Urlaubstage früher und länger als diejenigen, die kürzer im BR verbleiben. Besonders für diejenigen in den unteren Gehaltsgruppen, die im Schnitt deutlich mehr Dienstjahre haben, stellt dies eine deutliche Verbesserung dar – damit wäre dem Sinn der Jubiläumsleistung, diejenigen zu belohnen, die dem BR lange die Treue halten, Rechnung getragen.

    Von einer analogen Regelung würden Jubilare mit 40 Dienstjahren kaum profitieren, denn dieses Jubiläum wird nur von sehr wenigen erreicht und der durchschnittliche restliche Verbleib – in der Regel
    bis zur Rente – ist nur noch relativ kurz. Entsprechend der obigen Berechnung schlagen wir deswegen
    einen langen Sonderurlaub für diese Jubilare vor. Mit dieser Forderung möchten wir insbesondere auch den Bedürfnissen der älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entgegenkommen.

    Klar ist aber auch: Ein solcher Umbau bedarf einer Übergangsregelung. Diese zu erarbeiten steht uns noch bevor und wir laden alle ver.di-Mitglieder ein, sich an der Diskussion zu beteiligen.