Tarifrunde 2017

    Kein Gehaltsmoratorium bei Radio Bremen!

    Stand der Vergütungsverhandlungen bei Radio Bremen

    Kein Gehaltsmoratorium bei Radio Bremen!

    4. Oktober 2017

    Auf Initiative der Gewerkschaften wurden am Freitag, den 8. Sept. 2017 die Gehaltstarifverhandlungen für die Beschäftigten bei Radio Bremen einschließlich der VolontärInnen, PraktikantInnen und der auf die Töchter und die BBH übergeleiteten KollegInnen aufgenommen. Die Arbeitgeberseite fordert von den Beschäftigten, dass es für die nächsten 12 Monate keine Gehalts- /Honorarerhöhung geben soll. Diese Forderung haben wir abgelehnt!

    ver.di hatte im Vorfeld der Verhandlung der Arbeitgeberseite folgende Forderungen schriftlich übermittelt:

    • Erhöhung der Entgelte für alle Beschäftigten um 5,5 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten.
    • Wahlmöglichkeit, ob man einen Teil der linearen Vergütungserhöhung anstatt in Geld als zusätzliche Urlaubstage bzw. als Reduzierung der Wochenarbeitszeit nehmen möchte.
    • Soziale Komponente in Höhe von 1 %, z.B. Essensgeld-Zuschuss und einen Zuschuss zur Berufsunfähigkeitsversicherung
    • Regelung für Kinderkrankentage auch für Aushilfen (Tarifziffer 361.13 MTV)

    Diese Forderungen werden von allen im Hause vertretenen Gewerkschaft getragen.

    Die Arbeitgeberseite wies auf die aus ihrer Sicht schwierige wirtschaftliche Lage hin und verlangt von den Beschäftigten, die nächsten zwölf Monate auf eine Gehalts- und Honorarerhöhung zu verzichten. Sie habe kein Mandat, über Tariferhöhungen zu verhandeln.

    Dies haben die Gewerkschaften entschieden abgelehnt, weil die Beschäftigten bei Radio Bremen bereits in der Vergangenheit mehrfach auf Gehalts- und Honorarerhöhungen verzichtet haben, um nach der Kürzung des ARD-Finanzausgleichs den Fortbestand des Senders zu sichern.

    Nach Transferzahlungen im Jahre 2014 und der Erhöhung des Finanzausgleichs seit diesem Jahr ist der Fortbestand der Anstalt  nicht mehr gefährdet. Es gibt keinen Grund mehr, die Leistungen der Kolleginnen und Kollegen geringer zu entlohnen. Honorare und Gehälter müssen, wie in den anderen Rundfunkanstalten auch, angemessen erhöht werden. Dazu gehört ein jährlicher Inflationsausgleich. Dazu gehört ein Anteil an den Produktivitätssteigerungen, die die Kolleginnen und Kollegen zumeist als Arbeitsverdichtung zu spüren bekommen.

    Zur Erinnerung: Wir haben im letzten Jahr mit dem Next-Tarifvertrag und in diesem Jahr mit der Neuregelung der Altersversorgung finanzielle Einschnitte zugelassen. Damit haben wir unseren Beitrag geleistet.

    Für die Beschäftigten beim NDR, SWR und MDR konnten bereits Tarifabschlüsse erzielt werden. Diese stellen sicher, dass die Beschäftigten nicht von der allgemeinen Einkommensentwicklung abgekoppelt werden.

    Positiv bleibt anzumerken, dass sich die Arbeitgeberseite im Laufe der Verhandlungen immerhin bereit zeigte, über die Gestaltung einiger sozialer Komponenten zu verhandeln. Die Arbeitgeberseite wurde nachdrücklich aufgefordert, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen.

    Die Verhandlungen sollen in der zweiten Oktoberhälfte fortgesetzt werden.

    Eure Tarifkommission: ver.di: Lutz Kokemüller (ver.di Hannover, Verhandlungsführer),Gaby Schuylenburg/Gerrit Busch (RB), Monika Grüning (BMP), Lars Stubbe (ver.di Hamburg) DJV: Martina Saxena-Theis/Peter Meier-Hüsing/Wilhelm Bartnik (RB) VRFF: Veronika Männel (RB), Peter Winne/André Blume (BMP), Jürgen Köster (Landesbundvorsitzender Deutscher Beamtenbund Bremen)