News

    Kommt die neue Honorarstruktur für feste Freie beim SWR?

    Debatte um neuen Tarifvertrag für feste Freie im SWR

    Kommt die neue Honorarstruktur für feste Freie beim SWR?

    verdi-Tarifkonferenz bilanziert bisherige Ergebnisse der Tarifverhandlungen
    verdi-Tarifkonferenz zum neuen Tarifvertrag für feste Freie W.Isele verdi-Tarifkonferenz zum neuen Tarifvertrag für feste Freie

    Besuch der ver.di-Bundesebene in Stuttgart. Cornelia Haß, Bereichsleiterin Medien beim ver.di-Bundesvorstand und Valentin Döring, Tarifkoordinator für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sowie Siegfried Heim, Landesfachbereichsleiter Medien in Baden-Württemberg diskutierten am 9. Juni 2017 gemeinsam mit verdi-Vertrauensleuten des SWR im Gewerkschaftshaus Stuttgart.  Zentrales Thema der ver.di-Tarifkonferenz: Der aktuelle Stand der seit mehreren Jahren laufenden Tarifverhandlungen für eine gänzliche Neuordnung der tarifvertraglichen Regelungen für feste Freie beim SWR.

    verdi-Tarifkonferenz zum neuen Tarifvertrag für feste Freie W.Isele verdi-Tarifkonferenz zum neuen Tarifvertrag für feste Freie

    Der bisherige 12a-Tarifvertrag für feste Freie soll abgelöst werden zugunsten einer sogenannten "neuen Honorarstruktur", deren Ziel von verdi-Seite vorrangig Beschäftigungs- und Einkommenssicherheit für die beim SWR beschäftigten festen Freien ist. Nach dem vorläufigen Abschluss der Tarifverhandlungen über einen neuen "Mantel" für Freie, wird derzeit über die Anpassung der Honorare verhandelt. Ziel ist hier eine weitgehende Angleichung der Honorare über einen prognostizierten Beschäftigungsverlauf an die Gehälter von Festangestellten. Nach Abschluss dieser Verhandlungen soll ein Überleitungstarifvertrag verhandelt werden. Zeitlicher Rahmen derzeit offen. Der SWR ist allerdings bestrebt, die Verhandlungen bis Ende des Jahres 2017 abzuschließen.

    verdi-Tarifkonferenz zum neuen Tarifvertrag für feste Freie W.Isele verdi-Tarifkonferenz zum neuen Tarifvertrag für feste Freie

    Der Preis, den der SWR für dieses neue Tarifwerk einfordert, ist hoch: Das neue Tarifwerk definiert ausdrücklich das Recht des SWR zu Befristungen: bei Nichtprogrammgestaltenden für zwei Jahre; bei Programmgestaltenden bis zu 6 Jahren. Eine von verdi geforderte Beschränkung der Anzahl von Befristungen bezogen auf die Gesamtbeschäftigtenzahl verweigert der SWR ausdrücklich.

    verdi-Tarifkonferenz zum neuen Tarifvertrag für feste Freie W. Isele verdi-Tarifkonferenz zum neuen Tarifvertrag für feste Freie

    Weiterer Streitpunkt der Debatte ist der, dass die Regelungen des Manteltarifvertrages beim SWR den nicht-programmgestaltenden Mitarbeitern vorenthalten werden, die zukünftig unter das neue Tarifwerk fallen. Der neue Tarifvertrag soll nämlich ausdrücklich auch für die sogenannten nicht-programmgestaltenden Mitarbeitern gelten. Im Vergleich zum MTV würde dies eine materielle Schlechterstellung für diese Gruppe bedeuten, obwohl Sie auch aus Sicht des SWR eigentlich nach MTV festanzustellen wären. Eine Festlegung des Verhältnisses zwischen freier und fester Beschäftigung beim SWR wird abgelehnt. Hier beharrt der SWR auf seiner Dispositionsfreiheit bei der Gestaltung von Beschäftigungsverhältnissen.
    Wesentliche Vorteile für den SWR bei einer Beschäftigung nach der neuen Honorarstruktur: ein wesentlich verschlechterter Kündigungsschutz für die zukünftigen Beschäftigten. Hier will der SWR nur die gesetzlichen Regelungen übernehmen, die deutlich schlechter als die bisherigen tarifvertraglichen Regelungen des Manteltarifvertrages für Festangestellte sind, aber auch hinter den Regelungen des bisher für feste Freie geltende 12a-Tarifvertrages zurückfallen.
    Für Gewerkschafter auch nicht ganz unwesentlich: der Wegfall des Rechts auf gewerkschaftliche Betätigung im Rahmen der Arbeitszeit.

    Die bei der Tarifkonferenz geführte Debatte unter den Vertrauensleuten und verdi-Hauptamtlichen war intensiv und kontrovers. Es ist derzeit offen, ob die Tarifverhandlungen unter diesen Vorzeichen erfolgreich abgeschlossen werden können.