Hessischer Rundfunk

    Ein Schritt in die Zukunft

    Ein Schritt in die Zukunft

    Tarifgemeinschaft im Hessischen Rundfunk einigt sich mit Geschäftsleitung auf ersten Crossmedia-Tarifvertrag

     

    Die Tarifgemeinschaft informiert:

    "Der Hessische Rundfunk betritt Neuland: Am 1. April (kein Scherz!) tritt der erste Tarifvertrag in Kraft, der für gleiche Honorare bei vergleichbarer Arbeit in allen Medienbereichen sorgt. In vielen anderen Sendern wird von so etwas geredet; auch wir haben viel geredet – allerdings zielführend und mit einem Ergebnis, das sich sehen lassen kann. Nach monatelanger Vorarbeit der von Gewerkschaften und hr getragenen „AG Crossmedia“ haben sich die Tarifgemeinschaft im hr und die Geschäftsleitung darauf geeinigt, zunächst für die redaktionellen Arbeiten und die Reporterleistungen im gesamten Hessischen Rundfunk jeweils vier verschiedene Honorarsätze einzuführen, die nach Anforderungen gestaffelt werden. Damit wird ab April 2017 zum ersten Mal das gleiche Honorar für alle vergleichbaren Leistungen in Hörfunk, Fernsehen, Online und Intendanz gezahlt. Auch die Arbeit von Reporterinnen und Reportern soll dann weitgehend mit Tagessätzen abgegolten werden, wie das im redaktionellen Bereich bereits gehandhabt wird.

    Die Anpassung der Honorare führt in den bislang unterbezahlten Bereichen zu deutlich erhöhten Honorarsätzen – also zu Mehrkosten. Diese werden durch Verzicht auf eine lineare Honorarerhöhung von 0,8 Prozent von allen freien MitarbeiterInnen solidarisch finanziert. Für die lineare Erhöhung der Honorare – ebenfalls ab 1. April 2017 – bleiben immer noch 1,2 Prozent. Für die Wartezeit zwischen dem Auslaufen des bisherigen Tarifvertrages zum Oktober 2016 und der technisch erst zum April 2017 umsetzbaren Neugestaltung erhalten diejenigen freien MitarbeiterInnen, die unter den Tarifvertrag über die Gewährung von Honorarfortzahlung im Krankheitsfall (TGS) fallen und die Bestandgeschützen eine Einmalzahlung (wird mit der zweiten April-Abrechnung ausgezahlt).

    Was bei der crossmedialen Tarifangleichung noch fehlt und als ein riesiger Berg Arbeit vor der AG Crossmedia liegt, ist der gesamte Bereich der Produktion. Es wird dauern, aber es wird kommen – das crossmedial einheitliche Honorar im gesamten hr - auch für diesen Bereich."

    Die tarifvertraglichen Neuregelungen ab 1. April 2017 im Überblick:

    • Gleiche Honorare für vergleichbare Arbeit in den Bereichen Redaktion und Reporter im gesamten hr
    • Begrenzung der täglichen Regelarbeitszeit für Freie auf acht Stunden (plus Pause)
    • Zeitzuschlag ab 8,5 Stunden vereinbarter Arbeitszeit (plus Pause)
    • Einheitliche Halbtagessätze in Höhe von 55 Prozent des jeweiligen Tagessatzes
    • Auf Antrag der Freien sind auch 6-Stunden-Schichten für 75 Prozent des jeweiligen Tagessatzes möglich, wo dies für den hr machbar ist. Diese Möglichkeit zu schaffen, war die Bitte vieler Freier mit besonderer privater Belastung (Kinder, Pflege)
    • 1,2 Prozent lineare Honorarerhöhung des Mindesthonorar-Tarifkatalogs ab 01.04.2017

    01.02.2017