Hessischer Rundfunk

    Tarifrunde 2017: Endlich Ergebnisse erreicht

    Hessischer Rundfunk

    Tarifrunde 2017: Endlich Ergebnisse erreicht

    Gehaltstarifverhandlungen erfolgreich abgeschlossen. Auch Einigung auf Tarifvertrag zum Fortbestand und zur Weiterentwicklung der Altersversorgungssysteme im hr auf ARD-Niveau

     

    Nach drei sehr kontroversen aber fairen Verhandlungsrunden und etlichen Arbeitsgruppensitzungen haben wir endlich den Durchbruch geschafft!

    Zum Abschluss im Einzelnen:

    • Steigerung der Gehälter, Volontärs-und Auszubildendenvergütung um 2,35 Prozent zum 1.1.2018 und nochmals um 2,2 Prozent zum 1.1.2019.
    • Erhöhung des Familienzuschlags zum 1.1.2018 auf 125 Euro und zum 1.1.2019 auf 128 Euro.
    • Einmalzahlung für die Leermonate in 2017 in Höhe von 750 Euro. Dies gilt für Teilzeitkräfte anteilig. Volontäre erhalten 200 Euro und Auszubildende 110 Euro. Die Einmalzahlung erfolgt noch im Dezember 2017.
    • Sonderprämie für einen herausragenden Abschluss der Ausbildung mit Note 1 in Höhe von 500 Euro und Note 2 in Höhe von 250 Euro.
    • Die Beiträge zum Instrumenten- und Kleidergeld für alle Mitglieder des hr-Sinfonieorchesters und der hr-Bigband werden nach vielen Jahren ohne Erhöhung nun um um 44,44 Prozent gesteigert. Zukünftig werden diese Beiträge analog zur Gehaltssteigerung angepasst.
    • Darüber hinaus erhalten alle festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab April ein hessenweites Jobticket.

    Weitere Ergebnisse:

    In der letzten Tarifrunde wurden jeweils 0,4 Prozent zurückgestellt, über die verhandelt werden soll, wenn eine Verständigung in der Altersversorgung erzielt worden ist. Über die Verwendung dieser 0,4 Prozent wurden folgende Vereinbarungen getroffen:

    1. Kolleginnen und Kollegen, die bis zum 31.12.2015 bereits in einem Zeitvertrag im hr beschäftigt waren, werden – vorausgesetzt, das befristete Arbeitsverhältnis wird in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis umgewandelt - noch in den Versorgungstarifvertrag von 1998 (VTV) übernommen (Mehrkosten ca. 0,2 Prozent der Gehaltssumme).
    2. Die noch verbleibenden 0,2 Prozent werden ab 1.1.2018 für eine Weiterentwicklung einer Vorruhestandsregelung angespart bzw. - falls diese bis zum Ende der Laufzeit dieses Tarifvertrages nicht zustande kommt – in das Zeitwertkonto eingezahlt (250,00 € für VTV und BTVA).

    Tarifvertrag zum Fortbestand und zur Weiterentwicklung der Versorgungssysteme im hr:

    Dieses war der schwierigste Teil. Insgesamt wurde ein Abschluss auf ARD–Niveau vereinbart.

    Zunächst die gute Nachricht:

    Für Kolleginnen und Kollegen, die nach dem 1.1.2016 eingestellt worden sind, gibt es jetzt einen Versorgungstarifvertrag, den BTVA HR. Übersetzt: Beitragstarifvertrag Altersversorgung des Hessischen Rundfunks. Nach diesem Tarifvertrag werden für alle MitarbeiterInnen, auch für Kolleginnen und Kollegen in einem Zeitvertrag, 7,38 % des Jahresgehaltes bei der BBP (Baden Badener Pensionskasse) eingezahlt. Am Ende eines Berufslebens wird eine monatliche Rente aus dem so angesparten Kapital und den erwirtschafteten Zinsen gezahlt. Dies ist zwar etwas schlechter als die Leistungen aus dem VTV, eine zusätzlich zum Gehalt gezahlte Prämie an die BBP zum Aufbau von Versorgungsansprüchen in Höhe von 7,38 % kann sich aber sehen lassen. Erklärtes Ziel der Geschäftsleitung war, dass der hr, ebenso wie die anderen ARD-Anstalten, in Zukunft bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die nach dem 31.12.2015 eingestellt wurden und werden, das Zinsrisiko für die Altersversorgung nicht mehr tragen muss.

    Für die Versorgungstarifverträge ÜTV und VTV gilt:

    Ab 1.1.2018 beträgt die Dynamisierung der Versorgungsbezüge immer 1 Prozent weniger, als im Gehaltsabschluss vereinbart (analog zum ARD-Abschluss). Grundlage für die Berechnung der Versorgungen ist das Jahresgehalt.

    Den MitarbeiterInnen, die noch unter den TV VOHR fallen, wird ein Wechsel in den neuen ATV angeboten um damit den hr langfristig von Rückstellungsaufwendungen zu entlasten. Dieser sieht ebenfalls vor, dass die Dynamisierung jeweils um 1 Prozent niedriger ausfällt als im TV VOHR.

    Wie bisher wird in allen Versorgungssystemen ein Familienzuschlag und die Berufs- bzw. Erwerbsminderungsrente als Vollrente gewährt. Außerdem bleiben Zulagen versorgungsfähig.

    In allen Versorgungstarifverträgen ist geregelt, dass ein paritätisch besetzter Versorgungsausschuss von den Betroffenen im Konfliktfall angerufen werden kann bzw. für den Intendanten Empfehlungen erarbeitet.

    Für Fragen, insbesondere zum Wechsel in den ATV, stehen Euch/Ihnen ihre Gewerkschaft gerne zur Verfügung.

    Die in der Tarifgemeinschaft zusammenarbeitenden Gewerkschaften hoffen, dass sich nach diesem sehr positiven Ergebnis möglichst viele Kolleginnen und Kollegen in den Gewerkschaften engagieren.

    Werden Sie Mitglied. Es lohnt sich, wie der Abschluss zeigt.

    Und: gerade für die jüngeren Kolleginnen und Kollegen gilt: gute Tarifverträge sind immer auch ein Ergebnis eines hohen Organisationsgrades und der aktiven Mitarbeit vieler.

    In Kürze soll auch der Tarifabschluss für die freien Mitarbeiter unter Dach und Fach sein.

    Tarifgemeinschaft im hr (ver.di - DJV - DOV) / Ver.di Senderverband hr - 14.12.2017