Bayerischer Rundfunk

    Wieder keine dauerhafte Honorarerhöhung?

    Gehalts- und Honorarrunde BR 2017

    Wieder keine dauerhafte Honorarerhöhung?

     Bereits am 28.06. fand die zweite Verhandlungsrunde der aktuellen Gehalts- und Hono-rartarifverhandlungen statt. Wegen der noch laufenden ARD-Tarifverhandlungen über die Altersversorgung der Angestellten ging es vorrangig um die Honorarerhöhungen.

    Der BR bietet an, den Honorarrahmen 2017 um 1% und 2018 um weitere 2,35% anzuheben. Weil das alleine für die allermeisten Freien effektiv schon wieder zwei Nullrunden bedeuten würde, bietet der BR zusätzlich eine Einmalzahlung in 2017 in Höhe von 1% der individuellen Honorarsumme des Jahres 2016 an

    Wir verstehen das so: Die Freien sollen zur Beruhigung zuerst einmal eine kleine Zahlung bekommen und im Übrigen erneut gänzlich von der allgemeinen Einkommensentwicklung abgehängt werden – soweit sie nicht bereits beim Mindestsatz des Honorarrahmens angelangt sind. Weil das nun bereits ein paar Mal so gegangen ist, seit der HoLi-Faktor abgeschafft wurde, haben wir dieses Angebot zurückgewiesen und eine dauerhaft wirkende Erhöhung der effektiv gezahlten Honorare verlangt.

    Wir fordern umso mehr die dauerhaft wirksame Erhöhung der effektiv gezahlten Honorare, als der BR inzwischen verstärkt dazu übergeht, Aufgaben unter einer HKZ zusammenzufassen und damit die effektiven Honorare letztlich sogar zu senken.

    Sodann ging es um eine Gegenforderung des BR, die Freie und Feste gleichermaßen betrifft: Er möchte die Zahlung des tariflichen Familienzuschlags an die Voraussetzung knüpfen, dass Kindergeld bezogen wird. Das ist für ihn eine erhebliche Verwaltungserleichterung, weil er dann das Vorliegen der Berechtigung nicht mehr selbst prüfen muss. Allerdings wird das gesetzliche Kindergeld längstens bis 25 Jahre gezahlt, der tarifliche Familienzuschlag aber ggf. bis 27 Jahre.

    Wir haben dem BR angeboten, den Familienzuschlag tatsächlich an das Kindergeld anzuhängen und damit die gewünschte Verwaltungsvereinfachung zu erzielen. Im Gegenzug verlangen wir dann aber, dass der Familienzuschlag entsprechend erhöht wird, sodass die Berechtigten dadurch insgesamt nicht schlechter gestellt werden.

    Eine weitere Gegenforderung des BR betrifft nur die Angestellten: Nach 25 und nach 40 Dienstjahren bekommt man eine Sonderzahlung und einige Tage Sonderurlaub – das will der BR in Stufen ganz abschaffen. Dem haben wir nicht zugestimmt. Im Sinne von Zeit statt Geld haben wir dem BR aber angeboten, die Sonderzahlungen abzuschaffen und dafür im äquivalentem Umfang Sonderurlaubstage zu gewähren: Das entlastet die Liquidität des BR und bedeutet für die Betroffenen dennoch keinen materiellen Verlust.

    Wir sind noch weit von einer Einigung entfernt! Eine nächste Verhandlungsrunde sollte am 19. Juli stattfinden. Nun wurde sie verschoben, ein neuer Termin steht noch nicht fest.